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Blinde Blindheit
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Blinde Blindheit

Ein organisationstheoretischer Erklärungsansatz für die Entstehung der Finanzkrise 2007/2008

97 Seiten · 12,64 EUR
(Juli 2016)

 
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Aus der Einleitung:

Personalisierungen werden immer dann attraktive Zuschreibungsmuster, wenn die Gesellschaft versucht, sich Krisen zu erklären. Schnell wird der Banker als Bangster gegeißelt und als gierig kritisiert. Dieser Drang zur Personalisierung wird im Falle von Krisen in der Wirtschaft dadurch befördert, dass hier die Chance besteht, Personen zu feuern, und so scheinbar das System von der Gier und ihren unmoralischen menschlichen Trägern bereinigen zu können. Bleibt man in diesem populären Bild, so muss bei der hohen Frequenz von Krisen in der Moderne auffallen, dass es überaus oft zur Ansammlung unmoralischer Menschen zu kommen scheint. Diese Arbeit teilt Niklas Luhmanns Beobachtung, wonach solche Personalisierungen an „den eigentlichen Quellen des Übels in der dominierenden formalen Struktur“ vorbeigehen. Allerdings, so optiert diese Arbeit, bieten auch die Wirtschaftswissenschaften keine schlüssigen alternativen Ansätze, denen man eine adäquate Erklärung der Finanzkrise 2007/2008 zusprechen könnte. Der eine prominente Teil der Wirtschaftswissenschaften, der neoklassische, rechnet mit dem ökonomischen Nutzen maximierenden homo oeconomicus und bietet für Krisen nur anekdotische Erklärungen, bzw. verneint wie einer ihrer prominentesten Vertreter Eugene Fama deren Begründung mit Blasendynamiken zur Gänze. Der andere Teil hingegen, der keynesianische, entdeckt Krisen zwar als stabiles, das heißt wiederkehrendes, Phänomen einer instabilen Wirtschaft. Bei deren Erklärung versucht der Keynesianismus aber zu voreilig, dem ökonomischen Akteur wie Minsky eine Euphorie oder wie Keynes, Akerlof und Shiller gewisse animal spirits zuzuschreiben, welche dessen ökonomisches Verhalten auf der Makro-Ebene als irrational erscheinen lassen, und damit Krisen erklärbar machen. Diese Arbeit


zitierfähiger Aufsatz aus ...
the author
Maximilian M. Locher

BA, geb. 1991, absolvierte ein Bachelorstudium der Wirtschaftswissenschaften mit einem Nebenfach der Kommunikations- und Kulturwissenschaften an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Für seine Bachelor-Arbeit ‚Blinde Blindheit: Ein organisationstheoretischer Erklärungsansatz für die Entstehung der Finanzkrise 2007/2008‘ wurde ihm dort der Best Thesis-Award der Wirtschaftswissenschaften verliehen. Nach einer Arbeitsstation bei einer Organisationsberatung nahm er ein Master-Studium der ‚Ethik und Organisation‘ an der Universität Witten-Herdecke auf. Forschungsschwerpunkte: Finanzsoziologie, Organisationssoziologie und Unternehmensethik.