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Friday, March 22, 2019
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Das Prinzip der Effektiven Nachfrage: das D/Z-Modell
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Das Prinzip der Effektiven Nachfrage: das D/Z-Modell

18 Seiten · 3,83 EUR
(Juni 2010)

 
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Aus der Einleitung:

Vor allem aber gelang es Otto, aufgrund seiner Kontakte führende internationale Vertreter eines monetären Keynesianismus nach Bremen zu holen wie Augusto Graziani und Jan Kregel, der anfangs aus dem nahen Groningen kam und zusammen mit Hajo Riese auch Gutachter im wirtschaftswissenschaftlichen Promotionsverfahren von Gunnar Heinsohn war. Ein besonderer Höhepunkt war das Forschungsseminar mit Sidney Weintraub im Sommersemester 1983. Weintraub, der 1978 auch das Journal of Post Keynesian Economics gegründet hatte, verstarb nur wenige Tage später nach seiner Rückkehr in Philadelphia. Weintraub war es auch gewesen, der die theoretischen Überlegungen im zentralen dritten Kapitel der General Theory über ‚Das Prinzip der Effektiven Nachfrage‘ als Erster systematisch grafisch umgesetzt hat und in scharfer Auseinandersetzung mit der „Neoklassischen Synthese“ als Begründer eines „Keynesianischen Fundamentalismus“ (Coddington) angesehen werden kann. So hatte er sich frühzeitig auf die Formulierung einer Mikrotheorie konzentriert, die mit der Keynesschen Theorie einer endogenen Bestimmung des gleichgewichtigen Produktionsniveaus unterhalb der Vollbeschäftigung vereinbar ist. Hierin unterschied sich Weintraub auch von den führenden britischen Keynesianern in Cambridge, die sich in den 1950er Jahren stärker auf die Formulierung einer postkeynesianischen Wachstumstheorie konzentrierten, wie es z.B. bei Joan Robinson und Nicholas Kaldor der Fall war. Nachdem der Keynesianische Fundamentalismus im Gegensatz zur Neoklassischen Synthese und zum modernen Monetarismus, den Friedman mit seiner Neuformulierung der Quantitätstheorie begründete, lange Zeit eher ein Randphänomen makroökonomischer Debatten darstellte, änderte sich dies nach der Gründung und dem anfänglich großen Erfolg des von Weintraub und seinem Schüler Paul Davidson herausgegebenen Journal of Post Keynesian Economics, und den Rehabilitierungsversuchen der Hicksschen IS/LM-Analyse durch Coddington gegenüber der Sündenbockrolle, die sie für enttäuschte keynesianische Revolutionäre alias Fundamentalisten einnimmt.

Entscheidend dazu bei trug auch Victoria Chicks moderne systematisierende Darstellung der zentralen Grundideen der General Theory in ihrer Macroeconomics after Keynes, die wir unmittelbar nach Erscheinen auf Anregung von Otto im Forschungs- und Doktorandenseminar intensiv studierten. Nahezu unvermeidlich tauchte das „Fischdiagramm“, in dem die aggregierte Angebotsfunktion Z mit der aggregierten Nachfragefunktion D zusammengeführt wird, in Ottos Lehrveranstaltungen, wie unserem gemeinsamen Projektplenum, an der Tafel auf, meist eher früher als später. Dies habe ich nur wenige Jahre später als Fulbright Visiting Professor im Frühjahr 1986 in ähnlicher Form bei Paul Davidson im Kurs „Money and Banking“ an der Graduate Faculty der New School for Social Research in New York erlebt.

In beiden Fällen hielt sich der Lehrerfolg bei Studierenden, im Gegensatz zur üblichen Vermittlung des IS/LM-Modells, in überschaubaren Grenzen. Hierzu trug sicherlich nicht nur bei, dass beide Kollegen nach heutigen Kriterien nicht zu den Spitzenkandidaten eines zu vergebenden Landeslehrpreises gehören würden, sondern insbesondere die mangelnden didaktischen Qualitäten der Keynesschen General Theory, wie sie von Paul Samuelson so meisterhaft beschrieben werden. Keynes habe, so Samuelson, ein geniales Werk geschrieben, das jedoch ebenso „wie Joyce’s Finnegan’s Wake (…) einen Ergänzungsband (…) als Schlüssel und Führer zum Verständnis“ brauche. Dies gelte namentlich für das wichtige dritte Kapitel über das für Keynes zentrale Prinzip der Effektiven Nachfrage. In dankbarer Erinnerung an die gemeinsame Zeit mit Otto unternehme ich im Nachfolgenden einen bescheidenen Versuch, einen derartigen Führer zu formulieren.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Eigentum und Recht und Freiheit
Detlev Ehrig, Uwe Staroske (Hg.):
Eigentum und Recht und Freiheit
the author
Prof. Dr. Harald Hagemann
Harald Hagemann

Universität Hohenheim (Stuttgart) am Institut für Volkswirtschaftslehre. Seit 2013 Vorsitzender der Keynes-Gesellschaft.

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