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Monday, September 16, 2019
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Der natürliche Lauf der Dinge

Essays zu Adam Smith und David Hume

256 Seiten ·  19,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-048-4 (Juli 1995 )

 
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Im Gegensatz zum traditionellen Christentum gebrauchten David Hume und Adam Smith den Begriff "natural" in einem weitgehend positiven Sinn; und für beide herausragenden Vertreter der Schottischen Aufklärung erschöpfte sich die Aufgabe der Moralphilosophie darin, Wege zu diesseitigem Glück aufzuzeigen. Aber während Hume seinen positiven Naturbegriff vor allem gegen die Konzeptionen des "Übernatürlichen" wandte, bemühte sich Smith um eine inhaltlich genauere Bestimmung des Naturbegriffs. Anhand der Formel vom "natural course of things" können die Grundideen seiner Moralphilosophie und Politischen Ökonomie rekonstruiert werden; die Formel vom natürlichen Lauf der Dinge diente ihm gleichsam als Klammer für eigene Überlegungen. Vor dem Hintergrund der Klärung des Smithschen Naturbegriffs erfährt auch seine berühmte Theorie der Unsichtbaren Hand eine Präzisierung, wobei eines der Ergebnisse lautet, daß deren neoliberale Interpretation sich als zu einseitig erweist.

Einleitung: Über die Entwicklung der Naturvorstellungen - 1. Essay: David Hume - Sein Werk für die Aufklärung - 2. Essay: David Humes Entwurf einer natürlichen Ethik - 3. Essay: Adam Smiths Sprachphilosophie - 4. Essay: Die Unsichtbare Hand des Marktes und die Sichtbare Hand des Staates. Zur Sozialphilosophie Adam Smiths - 5. Essay: Adam Smiths Theorie des ästhetischen Urteils in den Imitierenden Künsten - Nachwort.

Wirtschaft und Gesellschaft 2/1996, S. 295-298 ()

"Die Wissenschaft gibt Ordnung. Wir wären ohne Wissenschaft nicht in der Lage, einfach Fragen vernünftig zu diskutieren. Daher können wir heute leicht auf teleologisch vorgegebene Ordnungsschemata verzichten. Die wohl wichtigste Frage war, wie denn so etwas wie menschliche Gesellschaft möglich sei; denn wenn die Ordnung, in der Menschen leben, nicht einem göttlichen Plan entspricht, sich also Menschen in der Organisation ihres Lebens sich nicht mehr auf göttliche Ordnung beziehen können, dann kann die Diskrepanz zwischen einer sittlich gerechtfertigten Ordnung und ethischem Handeln einerseits und der bestehenden Ordnung und wirklichen menschlichem Handeln andererseits nicht mehr nur in Kategorien von gutem und bösem Handeln gesehen werden. Positive und normative Gesellschaftstheorie erhalten ein neues Verhältnis. In keiner Gesellschaftstheorie wurde die Frage so radikal gestellt wie in der der schottischen Aufklärung. Während die Franzosen, insbesondere Rousseau, der Gesellschaft ein begriffliches Primat vor dem die Gesellschaft konstituierenden Individuen einräumten und letztlich auch der organisierten Gesellschaft ein politisches Primat gegenüber den Individuen zubilligten, so fragte die schottische Aufklärung nach den Möglichkeiten einer Gesellschaft, in der die Individuen keine a priori gegebene Ordnung anstreben. Es handelte sich dabei um eine empirisch relevante Frage, nicht um die einer gesellschaftlichen Utopie: sowohl die schottische als auch die englische Gesellschaft waren seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts recht stabile Gesellschaften, die aber aus einer Revolution hervorgegangen waren und sich daher nicht als traditionelle Gesellschaften verstehen konnten.

Der vorliegende Band des Grazer Philosophen Gerhard Streminger behandelt zentrale Aspekte der Gesellschaftstheorien von David Hume und Adam Smith, die wohl die bekanntesten Autoren der schottischen Aufklärung waren. ... Die Arbeiten geben eine gute Darstellung des jeweils behandelten Themas. Sie sind gut dokumentiert und bieten daher eine gute Einführung in die jeweiligen Probleme. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil die Gesellschaftstheorie beider Autoren auf viele Werke verteilt ist und daher auch bei genauem Lesen der Hauptwerke nicht einfach erschlossen werden kann."



Zeitschrift für Politikwissenschaft 3/1996, S. 904 ()

"Die Rezeption der Werke Smiths und Humes leidet hierzulande unter Einseitigkeiten. Die Wahrnehmung Smiths beschränkt sich entweder auf die Nennung des Schlagwortes von der unsichtbaren Hand oder man sieht in ihm einen Ökonomen, der - angeblich - den Eigennutz propagiert und die Enthaltsamkeit des Staates gefordert habe. In Hume erkennt man meist nur den "empiristischen" Erkenntnistheoretiker, dessen Lehre von Kant "überwunden" wurde. Stremingers Essays, zumeist weitreichende Überarbeitungen bereits erschienener Aufsätze, tragen dazu bei, diese inadäquaten Sichtweisen zu überwinden und zeigen die beiden wichtigsten Vertreter der schottischen Moralphilosophie als originelle Denker, die mit den gängigen Klischees völlig inadäquat charakterisiert werden. Die Interpretationen heben die zentrale Bedeutung des Naturbegriffs für Smith und Hume hervor. Dieser liefert beispielsweise nicht nur den Hintergrund für Humes Religionskritik, sondern bewahrt dessen Ethik ebenso vor einem Gesinnungsrigorismus wie vor kontinentalem Vernunftabsolutismus. Besonders lehrreich ist Stremingers Nachweis, daß "die liberale Standardinterpretation" des Smithschen Wealth of Nation "unrichtig" ist (186 ff.). Das Buch ist für alle, die sich mit Politik und Ethik auseinandersetzen, uneingeschränkt empfehlenswert."


the author
Prof. Dr. Gerhard Streminger
Gerhard Streminger Prof. Streminger ist Preisträger des mit 4.000 EUR dotierten David Hume Preises der Kellmann-Stiftung für Humanismus und Aufklärung.
dem Verlag bekannte Rezensionen
  • "Die Arbeiten geben eine gute Darstellung des jeweils behandelten Themas." ...
    Wirtschaft und Gesellschaft 2/1996, S. 295-298 mehr...
  • "uneingeschränkt empfehlenswert" ...
    Zeitschrift für Politikwissenschaft 3/1996, S. 904 mehr...
  • Bulletin of the Hume Society 3
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