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Thursday, September 19, 2019
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Die Bedeutung des Privateigentums an Produktionsmitteln
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Die Bedeutung des Privateigentums an Produktionsmitteln

24 Seiten · 3,48 EUR
(Februar 2010)

 
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Aus der Einleitung:

Das Streben nach Eigentum und Verfügungsgewalt ist durch die ganze Geschichte hindurch zu beobachten. Nach Aristoteles ist „der Drang nach privatem Eigentum … in der menschlichen Natur verwurzelt“. Dieses Streben sei nur dann verdammenswert, wenn es einem Übermaß an Eigenliebe gleichkomme. Ansätze eines „Kommunistischen Urchristentums“ – wenn man sie überhaupt als solche interpretieren will – haben sich nicht durchgesetzt. Bereits in der Antike fand zwischen Platon und Aristoteles eine Debatte über die richtige Form des Eigentums statt. Während Platon Formen des Gemeineigentums präferierte, verteidigte Aristoteles das private Eigentum. Für die heutige Zeit brauchbare Antworten sind jedoch weder bei den alten Griechen noch bei den Römern zu finden. Dies ist nicht verwunderlich, da es einerseits noch keine komplexen und arbeitsteiligen Wirtschaften im heutigen Sinne und damit auch recht wenig an Produktivkapital gab, und andererseits wurde das betriebliche und rationale Wirtschaften noch nicht als untersuchungsbedürftiges wissenschaftliches Erfahrungsobjekt erkannt. Äußerungen zur Ökonomie waren mehr oder weniger zufällige Nebenprodukte primär philosophischer Überlegungen. Da eine Vorstellung von volkswirtschaftlichen Zusammenhängen fehlte, kann derartigen Äußerungen kein tieferer kognitiver Wert beigemessen werden. So verkannte das Zinsverbot, das die katholische Lehre bis ins Mittelalter übernahm, den im Grunde dynamischen Charakter des Wirtschaftsprozesses. Erst unter dem Druck der zunehmenden Bevölkerung und der Neuerungen in Wissenschaft und Technik rückte man davon ab.

Es blieb Thomas von Aquin vorbehalten, die Notwendigkeit des Handels zu bestätigen und die Eigentumsfrage erneut zu stellen. Ausgangspunkt seines Denkens war, dass die Person absoluten Vorrang vor der Sache habe und dass das Privateigentum göttlichen Gesetzen entspringe. Im Kern ist damit die bis heute nachwirkende naturrechtliche Begründung des Eigentums angesprochen. Die Frage, ob eine Privatperson eine Sache besitzen darf, findet bei Thomas jedoch auch eine positive ökonomische Begründung: „Erstens, weil man unter dem Privateigentumssystem mit mehr Sorge und Anstrengung arbeitet; zweitens, weil die Wirtschaft ordnungsgemäßer vor sich geht, wenn jeder für seine eigenen Sachen Sorge trägt; drittens, weil das menschliche Zusammenleben friedlicher verläuft, wenn jeder mit seinen eigenen Sachen zufrieden ist“.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
the author
Prof. Dr. Siegfried F. Franke
Siegfried F. Franke

leitet seit 1991 die interdisziplinär angelegte Abteilung für Wirtschaftspolitik und Öffentliches Recht, Universität Stuttgart.

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