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Montag, 20. August 2018
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Die Welt kostet Zeit

Zeit der Ökonomie – Ökonomie der Zeit

"Wirtschaftsphilosophie"  · Band 5

140 Seiten ·  19,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-7316-1238-4 (Mai 2017 )

 
 

"Die Welt kostet Zeit." So beschreibt Hans Blumenberg die Verschränkung zwischen Zeit und Ökonomie, die er insbesondere durch die Knappheit der Lebenszeit bedingt sieht. Zeitknappheit erfordert Zeitgewinn und Entscheidungen angesichts einer Zukunft, die im Wesentlichen ungewiss ist. Sie bedingt aber auch die Vorstellung der Zeit als eines durch linear verfasste Modelle darstellbaren Kontinuums. Auf der Grundlage einer derartigen Vorstellung von Zeit ist eine Hypothese rationaler Erwartung und die damit verbundene Abbildung solcher Erwartung durch Wahrscheinlichkeit in der Ökonomie vorstellbar. Jedoch ist die Nichtvorhersehbarkeit der Zukunft mit dem linearen Modell von Zeit nicht vereinbar. Was geschieht, wenn die Berechnung der Zukunft einem Irrtum unterliegt, wenn Erwartungen nicht eintreffen und das Unvorhergesehene sich ereignet?

Angesichts dieser Fragestellung wird in diesem Band eine kritische Analyse der Bedeutung der Zeit für die Ökonomie vorgenommen. Das Verständnis einer progressiv auf die Zukunft zulaufenden Geschichte sowie die damit verbundenen Begriffe des Wachstums, der (rationalen) Erwartung und der Entscheidung werden in Frage gestellt. Nicht linear darstellbare Zeitkonzepte wie Ereignis, creatio continua, mehrdimensional hypothetische Zukünfte sowie die Offenheit der Zukunft angesichts komprimierter Zeiträume werden in ihrer Bedeutung für die Ökonomie thematisiert.

Geschichte und Ökonomie im Horizont enttäuschter Erwartungen

Birger Priddat
Geschichte, Geschichten, Ökonomie: über Zeitlichkeit, Prozesse, Nichtwissen und Entscheidungen. Anmerkungen zu einer Philosophie des Marktes

Ralf Köhne
Zeit für creatio continua? - Betrachtungen zum Verhältnis von Schuld, Schulden und Stabilität in der Post-Lehman-Welt

Zeiträume der Entscheidung

Verena Rauen
Die Pathologie der gestundeten Zeit. Zur Öffnung komprimierter Zeiträume für ethische Entscheidungen

Andreas Lingg
Die Zeit der Entscheidung
Das futurische Geschäft mit riskanten Zukünften

Wolf Dieter Enkelmann
Vier Skizzen zur Ökonomie der Zeit

Elena Esposito
Die Zukunft in der Gegenwart nutzen: zum Umgang mit Risiken und Überraschungen an den Finanzmärkten
Sozialwissenschaftliche Literaturrundschau Heft 75/2017, S. 27-30 ()

"Der Sammelband von Birger Priddat und Vera Rauen kommt das Verdienst zu, die Bedeutung der Zeit, insbesondere bezogen auf die Erfahrungen der Vergangenheit und die Ungewissheit der Zukunft, deutlich akzentuiert zu haben. Die vorgebrachte Kritik an der mangelnden Flexibilität der Ökonomik beinhaltet allerdings keine grundsätzliche Kritik an marktwirtschaftlichen Grundüberzeugungen. Vielmehr zielt die plausibel begründete und theoretisch anspruchsvolle Kritik in den Einzelbeiträgen darauf ab, eine realistischere ökonomische Theorie zu entwerfen, die Unvorhergesehenes und Neues eher in den Blick nimmt, um frühzeitig auf unerwünschte Entwicklungen, wie beispielsweise die negatven Folgen der Globalisierung und der Wirtschafts- und Finanzkrise, reagieren zu können."


Die Autoren
Prof. Dr. Birger P. Priddat
Birger P. Priddat

geb. 1950, arbeitet an Themen zwischen Philosophie und Wirtschaft, vor allem auch an der Theoriegeschichte der Ökonomie. Er ist Professor für Wirtschaft und Philosophie an der Universität Witten/Herdecke.

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Dr. Verena Rauen
Verena Rauen

wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen. Nach ihrem Studium der Philosophie und Germanistik in Trier, Bochum, Paris und Baltimore promovierte sie mit Auszeichnung in einer cotutelle de thèse an den Universitäten Paris IV und Bochum und leitete anschließend das Kiel Center for Philosophy, Politics and Economics an der Universität Kiel als wissenschaftliche Geschäftsführerin.

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dem Verlag bekannte Rezensionen
  • "kommt das Verdienst zu, die Bedeutung der Zeit deutlich akzentuiert zu haben" ...
    Sozialwissenschaftliche Literaturrundschau Heft 75/2017, S. 27-30 mehr...
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