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Eigentum und Entwicklung
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Eigentum und Entwicklung

Zum Zusammenhang zwischen Entwicklung und traditionellen sowie neuer Eigentumslosigkeit

41 Seiten · 6,36 EUR
(12. Februar 2007)

 
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Aus der Einleitung der Herausgeber:

Ulf Heinsohn diskutiert den Begriff Entwicklung und konfrontiert verschiedene theoretische Ansätze mit eigenen Überlegungen im Rahmen der Eigentumstheorie der Wirtschaft, um schließlich praktische Wirtschaftspolitik zu beurteilen.

Entwicklung soll sich nach Auffassung der Klassik aus der Ausnutzung komparativer Kostenvorteile ergeben. Die Märkte kennen im internationalen Gütertausch für alle Weltgüter aber nur einen Preis, so dass über kurz oder lang Produzenten anderer Staaten entsprechend rationalisieren, um auch bei höheren Löhnen zum gleichen Preis produzieren zu können. Es erfüllt sich also nur dann die ricardianische Bedingung eines komparativen Vorteils nachhaltig, wenn der relative Preis eines exportierten Gutes geringer ist, weil dessen Produktivität höher ist. Die Konkurrenzlosigkeit unterentwickelter Länder bei vielen Rohstoffen und tropischen Produkten ermöglicht aber, gerade dort unwirtschaftliche Produktionsweisen zu konservieren, wo keine Wettbewerber sie zu gleichschrittlicher Rationalisierung und Produktivitätssteigerung zwingen. Der monetärkeynesianische Ansatz nimmt an, das Erzeugen eines Aufwertungsklimas sei die Bedingung für die Entwicklung eines Landes. Daher gehört in diesem Modell zur Entwicklung mindestens eine komplementäre Währung, die unter Abwertungsverdacht steht, was im zugehörigen Wirtschaftsraum die Entwicklung blockiert. Privates Eigentum wird für günstig gehalten, ist aber keine theoretische Notwendigkeit, weswegen Kreditvergaben in Länder bzw. an Schuldner ohne Eigentum nicht abgelehnt werden. Monetärkeynesianisch verstandene Versuche, das Geld gegenüber den Ressourcen zu verknappen, führen aber ins Leere, wenn nicht zunächst als Schuldner nur noch Eigentümer zugelassen werden, was die Existenz von Vermögensrechten voraussetzt. Schuldner ohne Vermögen reagieren nicht notwendigerweise auf steigende Zinsen mit einer abnehmenden Kreditnachfrage. Deswegen lässt sich dann die Geldmenge mittels höherer Zinsen nicht verknappen.

Anders liegen die Dinge in der Eigentumstheorie der Wirtschaft. Eigentümer ziehen ihre ökonomische Existenz allein aus ihrem Vermögen, d.h. sie vereinbaren untereinander sehr genau die formalen Bedingungen der Erzwingung, die auf eine Sicherung der Verpflichtung durch Vermögenswerte abstellt. Die Angewiesenheit auf Vermögen als Quelle der Existenzsicherung beschert dem Eigentümer von nicht belastetem Vermögen einen nichtpekuniären Ertrag, die Eigentumsprämie. Der Wert des Geldes ist durch den Wert des Vermögens der Notenbank, vor allem aber den der guten Sicherheiten ihrer Schuldner gesichert. Sie kann dann den Anfechtungen des Wechselkurses begegnen, indem sie emittierte Geldnoten gegen Veräußerung von Äquivalenten aus ihrem Portefeuille zurückkauft. Entwicklungsfördernd ist eine Emissionspolitik, die die Eigentümer die Geldmenge endogen bestimmen lässt, weil dann von Gläubigern und Schuldnern kontrahierte Forderungen mit Sicherung und marktgerechter Verzinsung bei der Notenbank refinanziert werden können.

Grundmaxime der Entwicklungspolitik muss die Konstitution jener Eigentümer sein, die als Wirtschafter in Gläubiger-Schuldner-Verträgen überhaupt jene Verpflichtungen kontrahieren, die ihre zur Produktion treibende Wirkung erst durch ihre erzwingbare Erfüllung erlangen. Die Konkurrenz der verschuldeten Eigentümer um das entschuldende Geld macht die Eigentumsgesellschaft zu einer tendenziell expansionistischen Gesellschaftsform.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Verpflichtungsökonomik
Hans-Joachim Stadermann, Otto Steiger (Hg.):
Verpflichtungsökonomik
the author
Ulf Heinsohn

Berlin

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