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Tuesday, July 23, 2019
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Empirie des Steuerwettbewerbs: Zum Stand der Forschung
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Empirie des Steuerwettbewerbs: Zum Stand der Forschung

18 Seiten · 3,07 EUR
(Februar 2007)

 
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Aus der Einleitung:

Der internationale Steuerwettbewerb hat sowohl als Schlagwort in der wirtschaftspolitischen Debatte wie auch in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur in den letzten Jahren großes Interesse gefunden. Auf wirtschaftspolitischer Ebene wird der Steuerwettbewerb als griffige Formel in der Diskussion um die Konsequenzen der Globalisierung verwendet. In der Finanzwissenschaft hat unter dieser Überschrift das interessante Forschungsfeld des Wettbewerbs zwischen Gebietskörperschaften wieder größere Aufmerksamkeit erlangt. Vor diesem Hintergrund soll im Folgenden ein kurzer Überblick über den Stand der empirischen Forschung mit dem Thema Steuerwettbewerb gegeben werden.

Für den Zweck einer Übersicht, bietet es sich an, die empirische Literatur nach vier miteinander verwandten Forschungsfragen zu gliedern.

1. Vor allem in der komplexen Welt der Unternehmensbesteuerung gibt es eine große Zahl von Beiträgen zur Frage, welche Unterschiede in den steuerlichen Bedingungen herrschen und ob die Besteuerung im Hinblick auf die Standortwahl bei verschiedenen ökonomischen Aktivitäten neutral ist.

2. Damit aber eine Wettbewerbssituation zwischen Gebietskörperschaften entsteht, wie sie der Steuerwettbewerb thematisiert, müssen die Akteure auch in der Lage sein, ihre Aktivitäten räumlich zu verlagern und so auf standortbezogene Unterschiede in der Besteuerung zu reagieren. Eine Reihe von empirischen Studien befasst sich deshalb mit der Frage, in welchem Ausmaß Standortentscheidungen tatsächlich beeinflusst werden.

3. Auch wenn gezeigt werden kann, dass die tatsächlichen Standortentscheidungen signifikant von den steuerlichen Bedingungen bestimmt sind, ist nicht offenkundig, welche Bedeutung dies für die Steuerpolitik hat. Ein Teil der Literatur befasst sich deswegen mit der Frage, inwieweit die Möglichkeit zur Beeinflussung der Standortentscheidungen im Rahmen des Steuerwettbewerbs aktiv von der Steuerpolitik genutzt wird.

4. Schließlich gibt es eine Reihe von Studien, die sich direkt mit den Konsequenzen des Steuerwettbewerbs auseinander setzen und Thesen aus der theoretischen Diskussion einer empirischen Überprüfung unterziehen.

Die empirische Literatur diskutiert diese Fragen meist im Kontext der Kapital- und Unternehmensbesteuerung. Dies ist sicherlich darauf zurückzuführen, dass die für einen internationalen Steuerwettbewerb erforderliche grenzüberschreitende Mobilität im internationalen Kontext nur sehr eingeschränkt gegeben ist. Außerhalb der EU beschränkt sich die Freizügigkeit weitgehend auf die internationalen Kapitalbewegungen. Innerhalb der EU bestehen zwar mit der Schaffung des gemeinsamen Binnenmarktes im Prinzip recht weitgehende Möglichkeiten der Mobilität, die mit der Situation untergeordneter lokaler Gebietskörperschaften innerhalb von Föderalstaaten vergleichbar sind. Noch verhindern aber wohl administrative und kulturelle Barrieren eine substantielle Mobilität der Bevölkerung in der EU.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Regeln für den europäischen Systemwettbewerb
Walter Müller, Oliver Fromm, Bernd Hansjürgens (Hg.):
Regeln für den europäischen Systemwettbewerb
the author
Prof. Dr. Thiess Büttner
Thiess Büttner

Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Finanzwissenschaften, Universität München, zuvor Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, Mannheim