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Ernährungskultur als alimentäre Praxis. Oder: Die Grenzen der bloßen Beschreibung
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Ernährungskultur als alimentäre Praxis. Oder: Die Grenzen der bloßen Beschreibung

46 Seiten · 5,81 EUR
(Januar 2007)

 
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Aus der Einleitung:

1 Populäre Debatten

Im Feld der Ernährungskultur zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab, wie dies seit den 1980er Jahren in Bezug auf die Bedeutung des Körpers und der Körperpraktiken zu beobachten war: Fragen der Ernährung haben Konjunktur. Die Zeitschrift Geo widmet 2005 den unterschiedlichen Ernährungskulturen weltweit eine Serie und illustriert dies mit fotografischen Tableaus, auf denen Familien aus Ecuador, Polen, Japan, USA, Kuwait, Tschad, Grönland, Australien und Deutschland vor einem Stillleben der von ihnen in einer Woche verwendeten Lebensmittel zu sehen sind. Eine Familie aus dem Tschad sitzt vor zwei halbvollen Säcken mit Hirse und gemahlenen Okra-Schoten, die von einer halbleeren Flasche Speiseöl und verschiedenen Gewürzen flankiert sind. Reicher gefüllt ist die Tafel in Ecuador, wo Kartoffeln, Linsen, Bohnen und Kochbananen Hauptnahrungsmittel bilden. Viel frisches Gemüse, Fisch und Tofu werden in Japan gegessen, während die Tafeln in Polen und Deutschland nur zu einem Drittel mit frischen Zutaten (Gemüse, Fleisch und Fisch, Milchprodukte) gedeckt sind; die anderen zwei Drittel nehmen Fertigprodukte ein. Die Ernährungskulturen in USA, Australien, Grönland und Kuwait sind nahezu ausschließlich auf Convenience- Produkte und den Verzehr von zum Teil großen Mengen an Fleisch ausgerichtet. Diese modernen ‚Küchenstücke‘ verdeutlichen auf exemplarische Weise nicht nur die Problematik von Mangel und Überfluss als der alimentären Praxis zugrunde liegende sozio-ökonomische Struktur. Die globalen Gemeinsamkeiten unterschiedlicher Ernährungskulturen weltweit werden visualisiert und als Repräsentanten einer sich unter westlichem Einfluss verändernden ‚Ernährungswelt‘ dargestellt. Eine „Mc World“ als weltweite Homogenisierung der Wünsche, Konvergenz der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Systeme, globale Standardisierung von Gütern und Dienstleistungen durch weltweit operierende Unternehmen sowie die Verdrängung lokaler Produkte könnte kaum anschaulicher zum Ausdruck gebracht werden.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Ossena – Das Unternehmen nachhaltige Ernährungskultur
Reinhard Pfriem, Thorsten Raabe, Achim Spiller (Hg.):
Ossena – Das Unternehmen nachhaltige Ernährungskultur
the author
Dr. Irene Antoni-Komar
Irene Antoni-Komar

Kulturwissenschaftlerin. Projektkoordinatorin von nascent, zugleich wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Organisation und Personal im Department Wirtschafts- und Rechtswissenschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Forschungsschwerpunkte sind Ökonomie und Kultur, nachhaltiges Wirtschaften, insbesondere nachhaltige Ernährungswirtschaft und Ernährungskultur.

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