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Monday, September 16, 2019
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Ich begegne Ich oder: Die Bildung des Unmöglichen
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Ich begegne Ich oder: Die Bildung des Unmöglichen

Für eine Zukunft der Geisteswissenschaften

15 Seiten · 3,16 EUR
(Juni 2016)

 
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Aus der Einleitung:

Es ist die erste Sprechstunde meines Dozentenlebens. Mein Kurs: «Erkenntnis als ethische Tatsache. Einführung zu Platons Gnoseologie». Ein Student, der sich als einer der besten erweisen wird, erzählt, er verstehe die universitäre Ausbildung als Teil seiner geistigen Schulung. So freue er sich zutiefst, wenn die Begegnung mit den Dozenten sich wie ein Gespräch mit spirituellen Lehrern gestalte, und der Unterricht wie ein Pfad der Meditation erlebt werden könne, den wir dialogisch miteinander gehen. Er sei nicht an einer universitären Laufbahn interessiert. Er wolle sich eher dem landwirtschaftlichen Gut seiner Familie widmen, um es durch alternative Methoden zu bebauen… Wir sprechen lange über Philosophie als Brücke zur konkreten Erfahrung des Geistigen, über die verschiedenen Wege der Meditation, über biologisch-dynamische Landwirtschaft. Immer mehr werden mir Sprechstundengespräche geschenkt, die den geistigen Weg eines Individuums, eines Ich ins Zentrum der Begegnung stellen wollen, anstatt sich in bürokratischen, kleinkramigen credit-point- Fragen zu erschöpfen. Die brillante Verfasserin einer BA-Arbeit zu «Bild und Relation in Plotins Philosophie»: Ihr Traum ist das Leben auf dem Land in wirtschaftlicher Autarkie – schon wieder die biologisch-dynamische Landwirtschaft! – und die Erkundung alternativer Methoden der Pädagogik (inzwischen verfolgt sie es konkret). Der geniale Student, der, seinem Italianistik-Curriculum zum Trotz, seine BA-Arbeit zum «Band des Guten in Platons Philosophie» schreiben will,1 weil er sowieso nicht weiß, ob er Klarinettist oder Akademiker werden will. Eine halbe Zuhörerschaft – Kurs: «Erkenntnis und Tugend bei Platon, Aristoteles, Plotin» –, die eine zusätzliche Sitzung verlangt, um mich ruhig und frei in Bezug auf mögliche individuelle Bildungspfade zu befragen. Und noch viele Gesprächsstunden in einer Bar, in einer Trattoria, wenn die Zeit im Büro nicht reicht, um anspruchsvolle Fragen zur Lebens- und Bildungsgestaltung zu beantworten.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Die Aufgabe der Bildung
Philip Kovce, Birger P. Priddat (Hg.):
Die Aufgabe der Bildung
the author
Prof. Salvatore Lavecchia
Salvatore Lavecchia

ist Professor für Geschichte der Antiken Philosophie an der Università degli Studi di Udine, Dozent innerhalb des Masterstudiengangs Consulenza Filosofica di Trasformazione an der Università degli Studi di Verona sowie Mitbegründer und Mitwirkender des Philosophicum Basel. Schwerpunkte seiner Forschung sind die Aktualisierung von Sokrates’ Kunst des Dialogs, die Lichtphilosophie Platons und des Platonismus sowie die Entwicklung einer neuen dialogischen Philosophie des Ich