sprache deutsch
sprache english
» Zum Warenkorb
0 Artikel - 0,00 EUR


Saturday, February 23, 2019
 Startseite » Politik  » Politik, Demokratie & Verfassung 
Ist die Kritik an Israel antisemitisch?
Downloadgröße:
ca. 149 kb

Ist die Kritik an Israel antisemitisch?

Die politische Orientierung macht den Unterschied

34 Seiten · 5,92 EUR
(März 2013)

 
Ich bin mit den AGB, insbesondere Punkt 10 (ausschließlich private Nutzung, keine Weitergabe an Dritte), einverstanden und erkenne an, dass meine Bestellung nicht widerrufen werden kann.
 
 

Aus der Einleitung:

Seit Beginn der zweiten Intifada und der gleichzeitig anwachsenden Kritik an der Palästinenserpolitik Israels sind Teile des wissenschaftlichen und öffentlichen Diskurses in Deutschland von der Frage geprägt, ob es sich bei der sich häufenden Kritik an Israel in den Medien und der Bevölkerung um einen neuen Typus von Antisemitismus handelt. Dabei wird in der wissenschaftlichen Diskussion das Thema "neuer Antisemitismus" vielschichtig diskutiert und zum Teil mit unterschiedlichem Bedeutungsgehalt versehen. Die drei Hauptthemenfelder bilden hierbei einerseits der (wieder-)erstarkende islamische Antisemitismus und die Frage nach dem Antisemitismus der Linken. Auf der anderen Seite geht es um die Tabuisierung von Antisemitismus und die Rolle von Israelkritik als verbreitete und nicht sanktionierte Ausdrucksform antisemitischer Einstellungen.

Die öffentliche Diskussion ist hingegen eher durch die Frage gekennzeichnet, ob und wie Kritik an Israel möglich ist, ohne dass sie sich dem Vorwurf, antisemitisch zu sein, aussetzen muss, obwohl insbesondere von Vertretern jüdischer und israelischer Institutionen immer wieder betont wird, dass Kritik an der Politik Israels kein Tabu und mitnichten per se als antisemitisch einzustufen sei. "Kritik an der israelischen Politik ist möglich, manchmal sogar nötig". Des Weiteren ist der öffentliche Diskurs durch (populistische) Forderungen nach einem Wandel der deutschen Vergangenheitsbewältigung ("Schlussstrichdebatte") charakterisiert.

2005 haben wir erstmals die in der Diskussion genannten Kriterien zur Abgrenzung von Israelkritik und Antisemitismus gebündelt und sind ihrer tatsächlichen Verbindung in den subjektiven Einstellungen der bundesdeutschen Bevölkerung nachgegangen. Trotz der dort gefundenen Zusammenhänge ist die Frage offen geblieben, inwiefern sich diese verallgemeinern lassen, also auf verschiedene gesellschaftliche Gruppen zutreffen. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die generelle politische Orientierung der Befragten, da immer wieder gemutmaßt wurde, ob es sich bei antisemitischer Israelkritik nicht eher um ein Phänomen politisch rechtsorientierter Menschen handelt. Auf der anderen Seite sind insbesondere seit der zweiten Intifada auch linke Gruppierungen dem Vorwurf antisemitischer Kritik ausgesetzt. Ferner müssten die von uns als antisemitisch eingestuften Formen von Israelkritik mit anderen Vorurteilen, wie z.B. Ausländerfeindlichkeit, verknüpft sein. Diese und damit verbundene Problemstellungen wurden bislang in der quantitativen Forschung nicht behandelt und bilden den Schwerpunkt dieses Beitrages.

Um diesen Fragestellungen nachzugehen, werden wir Überlegungen zur Kommunikationslatenz von Antisemitismus sowie Aspekte der Einstellungstheorie und Extremismusforschung explizieren und anschließend empirisch überprüfen. Zur Einführung in die Problematik folgt zunächst noch einmal eine konzeptionelle Abgrenzung von Israelkritik und Antisemitismus. Daran anschließend werden wir ausgehend von den theoretischen Ausführungen Hypothesen über Ausprägungen und Zusammenhänge explizit formulieren. Im empirischen Teil dieses Aufsatzes werden diese anhand von Mittelwertsvergleichen, konfirmatorischen Faktorenanalysen und multiplen Gruppenvergleichen überprüft.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
(Un)Gleichzeitigkeiten: Die demokratische Frage im 21. Jahrhundert
Andreas Langenohl, Jürgen Schraten (Hg.):
(Un)Gleichzeitigkeiten: Die demokratische Frage im 21. Jahrhundert
the authors
Prof. Dr. Peter Schmidt
Peter Schmidt

Institut für Politikwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen, 1994 bis 2000 Wissenschaftlicher Leiter für Dauerbeobachtung bei ZUMA in Mannheim.

Dr. Julia Angela Iser

arbeitet zu sozialpsychologischer Vorurteilsforschung und empirischem Theorienvergleich.

Dr. Aribert Heyder

Akademischer Rat im Institut für Politikwissenschaft der Philipps-Universität Marburg.

[weitere Titel]