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Friday, May 24, 2019
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John Bates Clarks neoklassische Parabel
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John Bates Clarks neoklassische Parabel

17 Seiten · 3,11 EUR
(Juni 2006)

 
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Aus dem Schlußkapitel des Beitrags:

Bereits Knut Wicksell, der mit größerer Berechtigung als Clark als der geistige Vater der modernen Grenzproduktivitätstheorie anzusehen ist, gelangte in seiner kritischen Würdigung der Clarkschen Verteilungs- und Kapitaltheorie zu dem Ergebnis, dass John Bates Clark „wohl infolge seines überwiegend autodidaktischen Entwicklungsganges“ überhaupt nichts Neues biete, „dagegen viele Gedankenprozesse, welche auf dieser Seite des Ozeans längst eine ungleich reifere Entfaltung gefunden haben“ (Wicksell 1903, 818) und schloss sein Urteil: „Es ist aber sehr schade, wenn ein so ausgesprochenes Talent teilweise verschleudert wird auf das fortgesetzte Ringen mit Aufgaben, die in der Wissenschaft schon längst ihre befriedigende Lösung gefunden haben“ (ebd., 822).

Wicksell konnte trotz dieses harschen und nach Ansicht dieses Autors berechtigten Urteils seine „Bewunderung für Clark selbst, seinen Scharfsinn, seine schriftstellerische Verve und Begabung“ (ibid.) nicht verbergen. Dies mag erklären, warum auch weit nach Kalmbachs kritischer Auseinandersetzung mit Clarks Parabelökonomie diese immer wieder Gegenstand erneuter Beschäftigung selbst führender Ökonomen ist. Dabei reicht das Spektrum der Urteile über die Clarksche Verteilungs- und Kapitaltheorie von einer Jubelarie (so z.B. Dewey 1987 im New Palgrave) über eine balanciert-kritische Würdigung eines frühen führenden Vertreters der neoklassischen Theorie in den USA durch Tobin (1985) bis hin zum kritischen Totalverriss im Jahr 2004. So gelangt Erich Streissler in seiner unnachahmlichen Weise zum abschließenden Gesamturteil: “The Distribution of Wealth is a collection of certain German mistakes mixed up with much more serious English blunders and a liberal helping of home-grown American value judgments. Der Rest sei Schweigen.” Nach einem guten Jahrhundert der Diskussion der Clarkschen Theorie sei die rationale Erwartung zum Ausdruck gebracht, dass dieses Schweigen auch künftig des Öfteren durchbrochen werden wird. Die Hauptgründe dürften in der drastischen Vereinfachung der so komplexen kapitaltheoretischen Probleme in der Clarkschen Parabelökonomie und ihrer didaktisch geschickten Präsentation liegen. So muss zwar selbst der überzeugte Anhänger Dewey konzedieren, dass der Clarksche verteilungstheoretische Ansatz “lacks the precision of the versions of Wicksell and Wicksteed”, stellt aber zu Recht fest: “But being more accessible to student readers, it was Clark’s treatment that first gained widespread attention for the neo-classical theory of distribution” (Dewey 1987, 430).


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Einkommensverteilung, technischer Fortschritt und struktureller Wandel
Gerhard Huber, Hagen Krämer, Heinz D. Kurz (Hg.):
Einkommensverteilung, technischer Fortschritt und struktureller Wandel
the author
Prof. Dr. Harald Hagemann
Harald Hagemann

Universität Hohenheim (Stuttgart) am Institut für Volkswirtschaftslehre. Seit 2013 Vorsitzender der Keynes-Gesellschaft.

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