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Kausalität und Verschulden
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Kausalität und Verschulden

18 Seiten · 3,78 EUR
(März 2009)

 
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Aus der Einleitung:

Es gibt wohl kaum eine Thematik, in der sich das unterschiedliche wissenschaftliche Selbstverständnis von Juristen und Ökonomen derart gut veranschaulichen lässt wie in der Debatte um den Kausalitätsbegriff. Während dieser für Juristen trotz aller Einschränkungen und aller Veränderungen in den letzten Jahrzehnten nach wie vor unverzichtbar ist, scheint er für Ökonomen weitgehend sinnlos. Im zweiten Kapitel werden wir zunächst einige Eckpunkte der Debatte nachzeichnen und dabei zu dem Ergebnis kommen, dass es in der Tat gute ökonomische Argumente gegen die hohe juristische Bedeutung des Kausalitätsbegriffes gibt. Der Kausalitätsbegriff scheint dabei eher didaktischer Art, während sich haftungsrechtlich relevante Schlussfolgerungen daraus nur in sehr eingeschränkter Form ableiten lassen. Zudem scheinen die mit dem Begriff verbundenen Unschärfen geeignet, durch die Verwechslung normativer und analytischer Urteile zu Zirkelschlüssen und anderen Konfusionen beizutragen.

Diese Problematik verschärft sich, wenn wir uns im dritten Kapitel einer speziellen Kausalitätsform widmen, der alternativen Kausalität. Alternative Kausalität zeichnet sich dadurch aus, dass definitiv feststeht, dass der betrachtete Schaden nur von einer Ursache hervorgerufen wurde, sich diese aber nicht eindeutig rekonstruieren lässt. Es zeigt sich, dass zumindest im einfachsten (und naheliegendsten) ökonomischen Grundmodell zur alternativen Kausalität die weltweit existierende gemeinsame Verwendung von Kausalitäts- und Verschuldensstandards sinnlos scheint, weil die ex postWahrscheinlichkeit der Schadensverursachung durch einen Schädiger ausschließlich von dessen Eigenschaften (beispielsweise der verwendeten Produktionstechnologie) und seinem Sorgfaltsniveau abhängt, so dass sich Kausalitäts- und Verschuldensstandards ineinander überführen lassen. Dies wird zu Beginn des dritten Kapitels genauer erläutert. Im analytischen Hauptteil des vorliegenden Beitrages gehen wir dann im vierten Kapitel der Frage nach, wie sich die gemeinsame Verwendung von Kausalitäts- und Verschuldensstandards rationalisieren lässt. Somit suchen wir mit Hilfe der ökonomischen Analyse des Rechts nach einer Begründung für haftungsrechtliche Zurechnungsregeln, die aus juristischer Sicht geradezu selbstverständlich, aus ökonomischer Sicht aber schwer verständlich sind. Die für Ökonomen naheliegendste Erklärung ist asymmetrische Information: Kausalitäts- und Verschuldensstandards sind nur identisch, wenn zwischen Schädiger und Gericht eine symmetrische Informationsverteilung hinsichtlich der Gefährlichkeit riskanter Aktivitäten besteht. Bei asymmetrischer Information, die wir allerdings in spezifischer Weise operationalisieren müssen, ergibt sich dagegen eine Pareto-Verbesserung durch die gemeinsame Verwendung von Kausalitäts- und Verschuldensstandards. Unser Beitrag versucht also zu begründen, warum die verwendeten Rechtsfiguren vernünftig im ökonomischen Sinne sind.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
the author
Prof. Dr. Eberhard Feess
Eberhard Feess

Professor an der Frankfurt School of Finance and Management

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