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Sonntag, 20. Januar 2019
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Keynes versus Pigou

Rekonstruktion einer Beschäftigungstheorie jenseits des Marktparadigma

318 Seiten ·  29,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 3-89518-262-1 (November 1999 )

 
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Keynes' General Theory ist, wie sein Biograph Donald E. Moggridge bemerkte, unter allen seinen Werken wohl am unklarsten geschrieben. Diese Unklarheit zwingt zur interpretativen Rekonstruktion von Keynes' Theorie und hat mittlerweile eine kaum noch überschaubare Zahl von Auslegungs-»Schulen« hervorgebracht.

Was jedoch bislang noch nicht hinreichend geleistet wurde, ist die Darstellung der Genesis von Keynes' Ideen aus der Auseinandersetzung mit seinem Cambridger Kollegen Arthur Cecil Pigou.

Pigou, der heute fast ausschließlich als Wohlfahrts- bzw. Umweltökonom bekannt ist, hat ein umfangreiches beschäftigungstheoretisches Werk hinterlassen, welches im vorliegenden Buch erstmals komplett rekonstruiert und analysiert wird. Das Neuartige an Keynes' Prinzip der »effektiven Nachfrage« kann erst vor dem Hintergrund der älteren Theorie Pigous, gegen die Keynes sich vor allem wandte und die gleichzeitig die »Mutter« der heute wieder dominanten Arbeitsmarkttheorie ist, adäquat erfaßt werden.

Das Buch verfolgt insofern einen neuen Ansatz, als Keynes' Beschäftigungstheorie nicht in einem voraussetzungslosen Raum, sondern in seiner (ideen)geschichtlichen Gewordenheit untersucht wird. Der tatsächlich »revolutionäre« Gehalt von Keynes' Theorie tritt so viel klarer hervor.

Die hier vorgelegte Interpretation der Beschäftigungstheorie von Keynes unterscheidet sich von der herkömmlichen »keynesianischen« grundlegend. Sie findet im dritten Kapitel der General Theory ihren Hauptbezugspunkt und ähnelt insofern am ehesten dem Ansatz des amerikanischen Postkeynesianers Paul Davidson. Jedoch bestehen zu Davidson teilweise erhebliche Differenzen. Als Beispiel sei der Multiplikatorprozeß genannt, für den eine Neuinterpretation vorgelegt wird.

Business Village Rezensentenforum, Juni 2000 ()

Hartwigs Ziel ist es, Keynes vor dem Hintergrund seiner Auseinandersetzung mit seinem großen Widersacher Pigou neu zu interpretieren und die Keynes Interpretation vom neoklassischen Gerümpel zu entfernen. Dabei nimmt er besonders die sogenannte neoklassische Synthese, die in den Lehrbüchern als 'Keynesianismus' präsentiert wird, aufs Korn. Beim Keynesianismus handelt es sich um eine im großen und ganzen neoklassisch geprägte Analyse, die um 'keynesianische' Elemente angereichert ist.

... In diesem Kapitel kündigt sich bereits eine These an, die später noch ausführlich von Hartwig behandelt wird: nämlich dass das, was heute als 'Keynesianismus' bezeichnet wird, weniger Keynes Theorien entspricht, als denen seines neoklassischen Widersachers Pigou. Pigou hat die Idee einer antizyklischen Fiskalpolitik vertreten, Pigou war der Auffassung, daß Wirtschaftskrisen auf starre Löhne und 'Lohnillusion' zurückzuführen sind, Pigou betonte die Bedeutung der Liquiditätsfalle. 'Pigou schreibt das, von dem man glaubt, daß Keynes es geschrieben habe.'

Hartwig verdeutlich, wie sinnvoll es ist, die Klassiker neu zu lesen, als hätte man noch nie etwas von ihren Lehren gehört, denn häufig ist, was man gehört hat, falsch oder zumindest irreführend. Noch mehr als für Pigou gilt das für Keynes. Mit Keynes verbindet man denn besonders den Multiplikatorprozeß und das "IS-LM-Modell". Nun, wenn Hartwig recht hat - und nach der Lektüre kann man kaum umhin, dies zuzugeben dann hat das, was dazu in den Lehrbüchern steht, kaum etwas mit Keynes zu tun. ..."

Ich kann hier nur wenige der Thesen Hartwigs wiedergeben, und das auch nur unvollkommen. Das Buch ist randvoll mit interessanten Behauptungen und intelligenten Argumentationen, die zum häufigen Wiederlesen auffordern - und auch einladen, denn das Lesen macht Spaß, weil Hartwig sich als einer der wenigen Wissenschaftler eines sehr flüssigen und lesbaren Stils befleißigt. ..."




Der Autor
Dr. Jochen Hartwig
Jochen Hartwig

Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Konjunkturforschungsstelle der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich.

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dem Verlag bekannte Rezensionen
  • "Das Buch ist randvoll mit interessanten Behauptungen und intelligenten Argumentationen," ...
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