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Kreativität und der Stellenwert des Neuen
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Kreativität und der Stellenwert des Neuen

23 Seiten · 3,58 EUR
(Juli 2006)

 
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Aus der Einleitung:

Welchen Stellenwert hat die Erklärung von Neuerungen in der Ökonomik? Man sollte meinen, einen großen, denn Neues ist Grundlage von technischem Fortschritt und dieser wiederum wird allgemein als Bedingung des Wirtschaftswachstums angesehen.

Ist die Erklärung der Entwicklung von Neuem also ein zentrales Thema der Ökonomik? Ein Blick auf die Wirtschaftstheorie zeigt, dass eine differenzierte Auseinandersetzung mit dieser Thematik eher am Rande des ökonomischen Mainstreams erfolgt, während die im Hauptstrom angesiedelte Wachstumstheorie, bei der man die Thematik vermuten würde, technischen Fortschritt zunächst als rein exogene Variable definiert hat. Technischer Fortschritt bedingt das Wachstum. Er wird jedoch nicht innerhalb des ökonomischen Modells erklärt, sondern von außen eingeführt. Mit der Weiterentwicklung zur endogenen Wachstumstheorie wurden zwar Versuche unternommen, den Gründen für technischen Fortschritt detaillierter nachzugehen. Es blieb jedoch bei aggregierten Produktionsfunktionen, die der Frage, warum und wie Neues entsteht, nicht sehr weit nachgehen. Erst mit der Evolutorischen Ökonomik rückte die Auseinandersetzung mit der Entwicklung – der Evolution – von Wirtschaftssystemen in den Mittelpunkt einer ökonomischen Teildisziplin. Neuerungen sind dort ein zentrales Thema. Wie sich jedoch bei genauerer Betrachtung zeigt, befassen sich einige Modelle zwar mit Neuem, nicht aber mit Kreativität. Es wird beschrieben, wie sich die Wirtschaft durch die Ausbreitung neuer Produkte oder Technologien verändert (Diffusionsmodelle) oder unter welchen Bedingungen Neuerungen entstehen (z.T. Innovationstheorie). Der eigentliche kreative Prozess der Generierung von Neuem (Invention) und die Art und Weise, wie dieser auf bestehendem Wissen basiert (Wissensweitergabe) wird bisher aber nur in wenigen Modellen beschrieben.

Der Aufsatz geht in Abschnitt 2 zunächst auf den Erklärungsgehalt und die Grenzen der ökonomischen Wachstumstheorie ein, bei der man die Auseinandersetzung mit der Entstehung von Neuem zunächst vermutet und wo diese bis zu einem gewissen Punkt auch stattfindet. Abschnitt 3 erläutert, wie sich der Neuerungsprozess aus den Teilschritten der Invention, der Innovation, der Diffusion und der Wissensweitergabe zusammensetzt und welchen Erklärungsgrenzen Innovations- und Diffusionsmodelle unterliegen. Abschnitt 4 diskutiert schließlich die Voraussetzungen einer tatsächlichen Erklärung kreativer Neuerungsprozesse in der Ökonomik und wirft zu diesem Zweck zum einen einen Blick auf psychologische Erkenntnisse zu Kreativität. Zum anderen werden erste Ansätze der ökonomischen Modellierung des gesamten Neuerungsprozesses von der Invention bis zur Diffusion und Wissensweitergabe vorgestellt.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Ökonomik des Wissens
Martin Held, Gisela Kubon-Gilke, Richard Sturn (Hg.):
Ökonomik des Wissens
the author
Dr. Sylvie Geisendorf
Sylvie Geisendorf

Seit 2000 Wissenschaftliche Assistentin, Fachgebiet Umwelt- und Innovationsökonomik, Universität Kassel.

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