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Kritisch beschränkte Rationalität, unbeschränkt kritischer Rationalismus
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Kritisch beschränkte Rationalität, unbeschränkt kritischer Rationalismus

11 Seiten · 3,31 EUR
(Februar 2007)

 
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Aus der Einleitung:

Die Wirtschaftswissenschaften haben es als einzige sozialwissenschaftliche Disziplin dazu gebracht, einen Nobelpreis verleihen zu können. Diese Beschränkung auf die Ökonomik als Sozialwissenschaft ist berechtigt. Denn die Reputation der Nobelpreise insgesamt wäre hochgradig gefährdet, würde man die anderen Sozialwissenschaften einbeziehen. Die Maßstäbe würden dann ähnlich willkürlich werden wie etwa bei der Verleihung des Literaturnobelpreises. Die Ökonomik hat demgegenüber immerhin so klare interne Validitätsmaßstäbe, daß antizipierte Nobelpreise Gegenstand von Scheidungsauseinandersetzungen noch vor ihrer Verleihung werden konnten.

Die Existenz interner Validitätsmaßstäbe verbürgt allerdings keineswegs die Erfüllung externer Validitätsmaßstäbe. Warnende Stimmen verwiesen von je her auf den beschränkten Erklärungswert des den Wirtschaftswissenschaften zugrundeliegenden entscheidungslogischen Modells. Entscheidungslogik (i.S. von Albert 1967), das gaben gerade auch die Kritiker zu, führt zwar zu einer Systematisierung und Disziplinierung sozialwissenschaftlicher Theoriebildung. Aber Eleganz und interne Stimmigkeit des entscheidungslogischen Modells verbürgen keineswegs dessen Wahrheit. Es ist im Gegenteil so, daß die in Entscheidungs- und Spieltheorie vorausgesetzten Rationalwahlannahmen praktisch niemals erfüllt sind. „Sophisticated curve fitting“ auf der Basis ausgebuffter mathematisch-statistischer Verfahren verknüpft die Modelle zwar mit der Realität, verwechselt aber Realitätsbezug mit Realwissenschaft. Entscheidungslogik kann weder eine empirische Theorie des menschlichen Entscheidens noch eine darauf aufbauende empirisch fundierte Marktsoziologie ersetzen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Zum Problem der sozialen Ordnung
Hans Nutzinger (Hg.):
Zum Problem der sozialen Ordnung
the author
Prof. Dr. Hartmut Kliemt
Hartmut Kliemt

geb. 1949, seit 2006 Professor für Philosophie und Ökonomik an der Frankfurt School of Finance and Management. Zuvor Professor für Praktische Philosophie an der Gerhard Mercator Universität Duisburg. Arbeitsschwerpunkte: Politische Philosophie, Angewandte Ethik, insbesondere Medizin-Ethik, Constitutional Political Economy, Grundlagen und Anwendungen der Spieltheorie.

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