sprache deutsch
sprache english
» Zum Merkzettel
0 Artikel
» Zum Warenkorb
0 Artikel - 0,00 EUR


Sunday, September 15, 2019
 Startseite » Unternehmung  » Arbeitswelt & Gewerkschaften 

Leistungsfähigkeit der Sozialpartnerschaft in der Sozialen Marktwirtschaft

Mitbestimmung und Kooperation

364 Seiten ·  29,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-862-6 (Juni 2011 )

 
lieferbar sofort lieferbar

 
 
Die Sozialpartnerschaftsinstitutionen sind nicht historisch überfällig, sondern weiterhin tragende Säulen des deutschen Wirtschaftswachstums. Insbesondere die Mitbestimmung ist auf Kooperation gegründet. Neue Forschungen (evolutionäre Anthropologie; Verhaltensökonomik) zeigen, daß Kooperation und Fairness Grundmuster menschlichen Verhaltens sind, so dass wir, neben den Humankapitaltheorien der "theory of the firm", die Leistungsorganisation als Kooperationsmodus neu betrachten müssen: Mitbestimmung als Ko-Governance produktiver kooperativer Organisation. Wenn die Corporate Governance das Verhältnis von Kapital (Shareholder) und Management in den Vordergrund rückt, ist das Verhältnis Management / Betriebsrat und Arbeitnehmer, das Kernfeld der produktiven Leistungserstellung, neu zu gewichten. Mitbestimmung übernimmt in der Corporate Governance eine Komplementärfunktion.
Amos International 2012, Heft 4, S. 51-52 ()

"Priddat neigt vielmehr unübersehbar der Idee zu, dass die ordnungsstabilisierende Rolle der Sozialpartnerschaft im Allgemeinen und der Mitbestimmung im Besonderen die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft im internationalen Vergleich sogar befördert. Diesen Gedanken ordnet er in einen größeren Zusammenhang, wenn er darstellt, dass in der jüngeren wirtschaftswissenschaftlichen Literatur dem Aspekt der Bedeutung von Kooperation in der Wirtschaft eine wachsende Aufmerksamkeit geschenkt wird. Tarifautonomie und Mitbestimmung sind keine Residuen aus den Tagen des Klassenkampfes, und sie sind auch kein sozialistisches Kuckucksei, das in das libeale Nest der Marktwirtschaft geschmuggelt worden ist. Es handelt sich vielmehr um ordnungspolitisch begründete Instrumente, die das ordoliberale Anliegen verfolgen, Macht- und Informationsungleichgewichte auszugleichen, in diesem Fall jene zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Insofern ist die Sozialpartnerschaft ein integraler Bestandteil des ordnungspolitischen Modells der Sozialen Marktwirtschaft. Und nach der stupiden und monotonen Deregulierungslitanei vergangener Jahre ist es befreiend, das wieder sagen und sich trotzdem als Liberaler bezeichnen zu dürfen."

VDI-Nachrichten, 15.6.2012

"Mitbestimmung steht wieder hoch im Kurs. Das hat mit der engen Kooperation zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern in der jüngsten Krise zu tun. Auch in der Wissenschaft von der Unternehmensführung dreht sich der Wind. Gilt Mitbestimmung, vor allem die im Aufsichtrat, lange als Hindernis einer effizienten Unternehmensführung, rücken jetzt andere Aspekte in den Vordergrund, die von Management-Forschern lange negiert worden sind: Mitbestimmung als "kultureller Stabilisator", der die Bedürfnisse nach Kooperation institutionalisiert.

In einer globalen Wirtschaft verlaufe die Trennlinie nicht mehr zwischen Kapital und Arbeit, sondern zwischen Kapital und Betrieb. Während Kapitalvertreter abwägen, ob eine Investition oder der Verkauf eines Unternehmens eine höhere Rendite bringe, hätten Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat das Interesse, den Fortbestand des Betriebs zu sichern. Sie treten damit als Shareholder auf - in Konkurrenz zu den Kapitaleignern.

Priddat will die Mitbestimmung herausführen aus einer Debatte um Verteilung und Gegenmacht und sie als "werthaltigen Produktionsfaktor" rehabilitieren. Doch letztlich bleibt Mitbestimmung davon abhängig, dass es etwas zu verteilen gibt."

Portal für Politikwissenschaft, http://www.pw-portal.de, veröffentlicht am 07.06.2012, abgerufen am 15.06.2012. ()

"Dass die Mitbestimmung nicht nur eine nachkriegsspezifische Institution war, die einerseits den Klassenkonflikt reduzieren und darauf basierend andererseits die Kräfte für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands bündeln sollte, geriet in der wirtschaftswissenschaftlichen Diskussion schnell in Vergessenheit. Neuere theoretische Ausrichtungen, insbesondere aus der Verhaltensökonomik und der experimentellen Ökonomie, unterstreichen erneut die andere Seite der Mitbestimmung: ihr Potenzial, die den modernen Gesellschaften eingeschriebene Kooperationstendenz und die damit verbundenen Produktivitäts- und Organisationsvorteile nutzbar zu machen. Solche theoretischen Strömungen sind allerdings in der wirtschaftswissenschaftlichen Diskussion über die Mitbestimmung bislang noch nicht angekommen. Die Vorteile der Mitbestimmung werden in erster Linie in soziologischen Analysen herausgearbeitet, während die Ökonomie spätestens seit den 90er-Jahren die Institution der Sozialpartnerschaft praktisch nur noch als Kostenfaktor und Flexibilisierungshindernis betrachtet. Von daher ist es begrüßenswert, dass Priddat aus Sicht der Ökonomie eine Lanze für die Mitbestimmung bricht. In einer detaillierten Diskussion neuerer wirtschaftswissenschaftlicher Strömungen zeigt er auf, dass der Mitbestimmung in modernen Gesellschaften ein ökonomisches Potenzial innewohnt, das sich nicht allein mit orthodoxen Effizienzüberlegungen auf Grundlage des homo oeconomicus erfassen lässt. Solche neueren verhaltensökonomischen Erkenntnisse, die im Übrigen auch durch anthropologische und biologische Forschungen untermauert werden, zeichnen das Bild unserer modernen Gesellschaften als Kooperationsgesellschaften, in denen das individuelle Bedürfnis nach Konkurrenz dem nach Kooperation untergeordnet ist. Die Motivations-, Leistungs- und Produktivitätspotenziale, die sich aus einer solchen Perspektive eröffnen, sind nicht zu unterschätzen und können auch von der Mainstream-Ökonomie nicht länger ignoriert werden ? Priddat liefert diesbezüglich einen nachdrücklichen Anstoß."


the author
Prof. Dr. Birger P. Priddat
Birger P. Priddat geb. 1950, Seniorprofessur für Wirtschaft und Philosophie, Wirtschaftsfakultät, Universität Witten/Herdecke; arbeitet an Themen zwischen Philosophie und Wirtschaft, vor allem auch an der Theoriegeschichte der Ökonomie. [weitere Titel]
dem Verlag bekannte Rezensionen
  • Amos International 2012, Heft 4, S. 51-52 mehr...
  • VDI-Nachrichten, 15.6.2012 mehr...
  • http://www.pw-portal.de mehr...
das könnte Sie auch interessieren