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Montag, 19. November 2018
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Lohn- und Preisgerechtigkeit

Historische Rückblicke und aktuelle Perspektiven unter besonderer Berücksichtigung der christlichen Soziallehren

"Ethik und Ökonomie"  · Band 6

546 Seiten ·  38,00 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-677-6 (Juni 2008 )

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Die Kontroverse zur Angemessenheit von Managerbezügen, die Diskussion um Mindest- bzw. Kombilöhne, die Vehemenz tarifpolitischer Auseinandersetzungen sowie die Thematisierung von Fairnessgesichtspunkten beim Handel mit Entwicklungsländern sind aktuelle Beispiele dafür, welche Relevanz Aspekte der Lohn- und Preisgerechtigkeit zur Zeit in öffentlichen Debatten besitzen.

Das vorliegende Buch von Christian Hecker greift diese Probleme auf und nähert sich dem Thema der Gerechtigkeit in Tauschprozessen aus verschiedenen Richtungen.

So werden einerseits aus ideengeschichtlicher Perspektive unterschiedliche Ansätze zur Bestimmung gerechter Entgelte dargestellt und mit Blick auf ihre Anwendbarkeit für die Bewältigung aktueller Herausforderungen analysiert. Den Ausgangspunkt bildet dabei die aristotelisch-scholastische Konzeption des "gerechten Preises", die bis Mitte des 20. Jahrhunderts - wenn auch in teilweise modifizierter Form - als normatives Leitbild zur ethischen Durchdringung der Ökonomie herangezogen wurde. Ein Beispiel dafür ist die "historisch-ethische Schule" Gustav von Schmollers. Im Mittelpunkt der theoretischen Betrachtungen der vorliegenden Arbeit stehen die Soziallehren der christlichen Kirchen sowie die Theorie des Ordoliberalismus bzw. der Sozialen Marktwirtschaft. In diesem Zusammenhang werden auch zahlreiche wechselseitige Bezüge und Affinitäten zwischen diesen Denkrichtungen aufgezeigt, die für die Gestaltung der Wirtschaftspolitik in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg von entscheidender Bedeutung waren.

Andererseits wird auf der Grundlage der wohlfahrtsökonomischen Theorie untersucht, unter welchen Voraussetzungen Marktprozesse zur Durchsetzung von Gerechtigkeitspostulaten geeignet erscheinen. Hierbei spielen auch die wirtschaftsethischen Konzeptionen von Peter Koslowski und Amartya Sen eine wesentliche Rolle.

Vor diesem Hintergrund unterzieht Christian Hecker die erwähnten aktuellen Fragestellungen einer eingehenden Analyse. Dabei wird deutlich, dass sich auf der Grundlage der Kategorien der Leistungsgerechtigkeit und der sozialen Gerechtigkeit Aussagen ableiten lassen, die sowohl aus moralphilosophischer Sicht fundiert als auch unter ökonomischen Gesichtspunkten rational erscheinen. Ausgehend davon ist auch die Herleitung ethisch begründeter wirtschaftspolitischer Handlungsempfehlungen zu den verschiedenen Problemfeldern möglich.

Jahrbuch Sozialer Protektionismus, Bd. 3, 2009, S. 259-265 ()

"Die Arbeit sticht somit durch ihre ethische Perspektive sowie durch detallierte historische Studien hervor. Anders als die meisten ökonomischen Arbeiten, die wenig Interesse für historische Entwicklungen und ethische Herausforderungen deutlich werden lassen, liegt hier eine kulturwissenschaftlich im guten Sinn des Wortes aufgeklärte Abhandlung vor.

Aus Sicht der evangelischen Sozialethik ist zu bedauern, dass sich Verf. im Verlauf seiner Argumentation - speziell im Bereich der materialethischen Diskussion - fast ausschließlich auf die katholische Soziallehre stützt und deren Nähe zum Ordoliberalismus betont. Auch hier sind kritische Fragen notwendig, etwa wenn er - zwar stark relativierend - auf die katholische Konzeption der berufsständischen Ordnung eingeht, jedoch nicht den in der evangelischen Sozialethik speziell bei Wendland zu findenden Gedanken der Sozialpartnerschaft thematisiert. Trotz dieser Einwände besticht die Arbeit durch ihren Materialreichtum und die ausgewogene Darstellung, sie ist ein Kompendium für die historische und systematische Erörterung der Relevanz der ethischen Frage nach "gerechten Preisen" unter den Bedingungen modernen Wirtschaftens. Verf. hat eine gute Arbeit vorgelegt, sie wäre vielleicht noch besser geworden, hätte er sich stärker auf die Traditionslinien und Argumentationsmodelle des sozialen Protestantismus bezogen."


Der Autor
Dr. Christian Hecker
Christian Hecker

geboren 1976 in Berlin, hat in Göttingen Volkswirtschaftslehre sowie Mittlere und Neuere Geschichte studiert und an der Universität Kassel promoviert. Er arbeitet bei der Deutschen Bundesbank in Hamburg.

dem Verlag bekannte Rezensionen
  • "besticht die Arbeit durch ihren Materialreichtum und die ausgewogene Darstellung" ...
    Jahrbuch Sozialer Protektionismus, Bd. 3, 2009, S. 259-265 mehr...
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