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Tuesday, September 24, 2019
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Markt als Netzwerk
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Markt als Netzwerk

50 Seiten · 9,12 EUR
(März 2013)

 
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Aus der Einleitung:

Ein Markt als Netzwerktheorie versteht sich als Versuch einer Alternative zum neoklassischen Marktmodell. Die Suche nach Alternativen zum neoklassischen Modell und der diesbezügliche Rückgriff auf Netzwerke sind nicht neu. Harrison C. White und auch Dirk Baecker haben den Netzwerkbegriff verwendet, um Märkte zu beschreiben. Beide Arbeiten sind für das hier vorgeschlagene Markt-Netzwerk-Modell zwar von großer Bedeutung, jedoch nicht ausreichend, da sie nicht vollständig bzw. einseitig und nicht ausreichend mit dem systemtheoretischen Vokabular abgestimmt sind. Auch über die Überlegungen von White und Baecker hinaus ist der Netzwerkbegriff bedeutsam. Es wird jedoch zurecht regelmäßig bemängelt, dass der Begriff ausschließlich metaphorisch und damit in theoretisch unterbestimmter Weise verwendet wird.

Um den Netzwerkbegriff nicht bloß als Metapher, sondern als Kernstück einer neuen Wirtschaftstheorie verwenden zu können, bedarf es einer umfassenden, theoretisch konsistenten Netzwerkdefinition. Diese wird im ersten Teil erarbeitet. Demnach wird Netzwerk definiert als Einheit der Unterscheidung von der Netzwerklogik der Kommunikation einerseits und Netzwerken als Erwartungsstrukturen sozialer Beziehungssysteme andererseits.

Ausgehend von dieser Netzwerkdefinition wird dann im zweiten Teil anhand verschiedener Beispiele herausgearbeitet und ausgeführt, wie sich Wirtschaftssubjekte verhalten (rational, irrational, vernünftig?), welche Informationen ökonomisch relevant sind (bleibt es bei Preisen allein?) und welche Marktmechanismen wirken. Es lässt sich bereits vorwegnehmen, dass Netzwerken in Bezug auf alle drei Fragen größte ökonomische Relevanz zugesprochen wird. Dies liegt zum einen vor allem darin begründet, dass Märkte, da sie aus der Gesamtheit aller Transaktionsprozesse bestehen, und Transaktionsprozesse, Kommunikationsprozesse sind, der Netzwerklogik der Kommunikation unterworfen sind. Zum anderen aber auch daran, dass nicht nur das Problem der Knappheit, sondern auch das Problem der Identitätssuche den Marktprozess antreibt und deshalb die als Netzwerke bezeichneten Erwartungsstrukturen sozialer Beziehungssysteme von größter ökonomischer Bedeutung sind, da sie beeinflussen (steuern), was als ökonomisches Ergebnis herauskommt und außerdem Kosten verursachen, die im neoklassischen Marktmodell nicht berücksichtigt werden.

Es wird eine Definition des Netzwerkbegriffs vorgeschlagen, die zwei Dimensionen unterscheidet. In der ersten Dimension meint Netzwerk die Logik von Kommunikation. In der zweiten Dimension bezeichnet der Begriff die Erwartungsstrukturen sozialer Beziehungssysteme. Diese Dimension umfasst auch die Selbst- (oder Fremd-)Wahrnehmung und Beschreibung sozialer Beziehungssysteme als Netzwerke. Diese zweidimensionale Definition des Netzwerkbegriffs unterscheidet sich stark von dem, was im Alltag unter Netzwerk verstanden wird, da sie umfangreicher und weniger intuitiv ist. Beide Dimensionen des Netzwerkbegriffs sind miteinander verwoben. Erst die Einheit der Unterscheidung beider Dimensionen führt zu einem Netzwerkbegriff, der sich vielleicht als Kern einer neuen Wirtschaftstheorie eignet.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Diversität, Steuerung, Netzwerke
Birger P. Priddat (Hg.):
Diversität, Steuerung, Netzwerke