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Tuesday, June 25, 2019
 Startseite » Umwelt  » Nachhaltigkeit & Generationengerechtigkeit 
Nachhaltigkeit im Wertekonflikt
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Nachhaltigkeit im Wertekonflikt

24 Seiten · 3,56 EUR
(März 2013)

 
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Aus der Einleitung:

Nicht erst das Scheitern des neuerlichen Klimagipfels zeigt, dass es mit dem "Leitbild" Nachhaltigkeit und seiner Umsetzung ernste Probleme gibt. Dabei scheint die Lage doch klar, was den Common Sense betrifft: Niemand würde sich ernsthaft outen wollen, indem er sich gegen "Nachhaltigkeit" ausspricht. Ressourcenschonung qua Kreislaufwirtschaft und Effizienzrevolution sowie der Erhalt adäquater Umweltbedingungen sind unstrittig. Und landauf, landab wird nach wie vor die Definition von "Nachhaltigkeit" zitiert, die die 1983 von der UNO eingesetzte Weltkommission für Umwelt und Entwicklung unter Leitung der ehemaligen norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland entwickelt hat: "Eine Entwicklung zukunftsfähig zu machen, heißt, dass die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Fähigkeit der zukünftigen Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können." Diese Definition lebt von zwei basalen Konzepten, dem expliziten Konzept der "Bedürfnisse" und einem impliziten Konzept von intragenerationeller und intergenerationeller Gerechtigkeit zwischen den Subjekten, die unter dem Kollektivsingular "Generation" zusammengefasst sind. Letzteres orientiert zahlreiche Folgeabkommen, so die vor 20 Jahren in Rio verabschiedete Klimarahmenkonvention (UNFCCC 1992), in der sich die Vertragsparteien verpflichten, "auf der Grundlage der Gerechtigkeit" und entsprechend ihren jeweiligen Verantwortlichkeiten und Fähigkeiten "das Klimasystem zum Wohl heutiger und künftiger Generationen [zu] schützen" (Grundsätze, Art. 3,1). Wenn über die schöne Idee scheinbar Konsens besteht, könnte man vorschnell geneigt sein, die Probleme bei der Umsetzung zu sehen. Allerdings zeigt sich bei genauerem Hinsehen, dass der Konsens, sowohl was die leitenden Konzepte als auch die Umsetzungsperspektiven betrifft, äußerst fragil ist. Das zeigt sich nicht nur in den Konflikten um eine international greifende Nachhaltigkeitspolitik, sondern auch in den disparaten Strategien der Ökonomen sowie der Wirtschaft selbst. Auch wenn Märkte das Effizienteste für die Bedürfnisbefriedigung sein mögen – wie aber sollen sie es dort sein, wo, wie in den wenig entwickelten Ländern, die Bedingungen für eine Teilnahme am Marktgeschehen nicht gegeben oder gewährleistet sind, oder dann, wenn "künftige Generationen" ins Spiel gebracht werden?


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Die Modernität der Industrie
Birger P. Priddat, Klaus-W. West (Hg.):
Die Modernität der Industrie
the author
Prof. Dr. Christoph Hubig
Christoph Hubig

ist Professor für Philosophie der wissenschaftlichtechnischen Kultur an der Technischen Universität Darmstadt. Zuvor hatte er Professuren für Praktische Philosophie in Berlin (TU), Karlsruhe und Leipzig (Gründungsprofessur) inne. Von 1997 bis 2009 war er Professor für Wissenschaftstheorie und Technikphilosophie an der Universität Stuttgart. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Technik- und Kulturphilosophie, Wissenschaftstheorie, Handlungstheorie sowie anwendungsbezogene Ethik (Technikethik, Wirtschaftsethik, Bioethik, Medienethik und ökologische Ethik). Hubig war viele Jahre für den Verband der deutschen Industrie (VDI) tätig.

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