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Monday, June 17, 2019
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Nationalökonomie und Nationalsozialismus

Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren

Umfangreicher Biobibliographischer Anhang
27 Sp. Personenregister

"Geschichte der deutschsprachigen Ökonomie"  · Band 10

2., überarbeitete Auflage · 716 Seiten ·  49,90 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-280-8 (November 2000 )

 
lieferbar Dieses Buch ist bereits in einer neuen Auflage erschienen!
 

In der Literatur zum Nationalsozialismus ist immer wieder behauptet worden, daß die Entwicklung, die zu Hitler geführt habe, den logischen Endpunkt der deutschen Geschichte darstelle. Diese These wird sowohl für die politische als auch für die Geistesgeschichte vertreten. Mit dem vorliegenden Beitrag geht der Autor der These vom deutschen Sonderweg für die Volkswirtschaftslehre nach. Gab es überhaupt so etwas wie eine nationalsozialistische Wirtschaftslehre, in welchen theoriegeschichtlichen Kontext haben wir diese einzuordnen und welchen Einfluss übte sie auf die Entwicklung in den dreißiger Jahren aus? War darüber hinaus die unter der Herrschaft des Nationalsozialismus dominierende ökonomische Lehre der »logische Höhepunkt« einer länger angelegten Sonderentwicklung in der deutschen Ökonomie?

Aus dieser Perspektive sind Themen, Strömungen und Werke ausgewählt worden - es geht dem Autor weniger um die Fortschritte der Disziplin aus heutiger Sicht, sondern um damals wichtige Lehren und ihr Verhältnis zur nationalsozialistischen Herrschaft und Ideologie.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.09.1998 ()

"Hauke Janssen schließt diese Lücke. In seinem Buch geht er Fragen nach, die schon längst hätten geklärt werden sollen. Hat der historisierende Sonderweg in der deutschen Nationalökonomie logisch zwingend zu den wirtschaftspolitischen Vorstellungen der Nationalsozialisten geführt? Und - was nicht dasselbe ist - hätte die nationalsozialistische Zentralverwaltungswirtschaft ohne die geistige Basis der Historischen Schule bestehen können? Haben die Nationalsozialisten ihrerseits die Fortentwicklung der Ökonomie entscheidend geprägt? Haben sich die deutschen Ökonomen mehrheitlich vom Hitler-Regime in Dienst nehmen lassen?

Der Autor widerlegt die These von einer zwangsläufigen Kontinuität der deutschen Nationalökonomie. Er weist darauf hin, dass es bis 1933 noch so ausgesehen habe, als ob die moderne Klassik, angetrieben von den 'deutschen Ricardianern' um Alexander Rüstow, Wilhelm Röpke und Walter Eucken, den Historismus im Verein für Sozialpolitik hätten überwinden können. Doch die Gruppe der Ricardianer sei letztlich zu heterogen gewesen, um den Zweikampf zu gewinnen. Durch das Hitler-Regime sei ihr dann der Boden entzogen worden. ...

Der Autor geht vorsichtig mit dem Vorwurf um, die Historische Schule sei in verhängnisvolle Nähe zu den Nationalsozialisten gerückt. Inhaltlich habe es zwar einen gemeinsamen Nenner im 'Primat der Politik' gegeben, im Gestaltungswillen, der auf ökonomische Gesetze nicht immer Rücksicht zu nehmen bereit gewesen sei, sowie in dem Grundsatz 'Gemeinnutz vor Eigennutz'. Den entscheidenden Unterscheid erkennt Janssen indes darin, dass die Nationalsozialisten diese Parole rassisch fundiert hätten. ...

Der Bericht über die Gleichschaltung der Wirtschaftswissenschaft 1933 ist beklemmend. 'Die Beflissenheit, mit der sich die deutschen Gelehrten und Wissenschaftler fast ausnahmslos den neuen Machthabern zur Verfügung stellten, ist eins der erschütterndsten und beschämendsten Schauspiele in der ganzen Geschichte des Aufstiegs des Nationalsozialismus' - mit diesem 1944 im Londoner Exil geschriebenen Satz zitiert der Autor Friedrich August von Hayek. Er berichtet von den unseligen Strömungen, die der neue Geist gebar, von Ökonomen, die sich notgedrungen arrangierten, sowie von anderen, die sich nicht verführen ließen. ...

In Janssens Werk wird das geistige Klima im Dritten Reich auf fast gespenstische Weise greifbar. Der Autor formuliert packend, seine Theorieabrisse sind präzise, die Antworten differenziert. Das einzige, woran das Werk leidet, ist eine gewissen Neigung zu Wiederholungen, Zeichen der schwierigen Gliederung einer von vielen Zusammenhängen durchwobenen Materie - indes: ein kleines Manko in einem guten, längst überfälligen Buch. Am Ende findet sich auf knapp hundert Seiten noch ein kleiner Schatz: eine Sammlung von Kurzbiographien der bekannten wie der teils zu Recht, teils zu Unrecht vergessenen Ökonomen jener Zeit. ..."




the author
Dr. Hauke Janssen
promovierte bei Prof. Heinz Rieter, Institut für Wirtschaftssysteme, Wirtschafts- und Theoriegeschichte, Universität Hamburg. Zur Zeit beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel. [weitere Titel]
dem Verlag bekannte Rezensionen
  • "Der Autor formuliert packend, seine Theorieabrisse sind präzise, die Antworten differenziert." ...
    Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.09.1998 mehr...
  • Kyklos, 1/1999, S. 116-118
  • Wirtschaft und Gesellschaft, 4/1998, S. 597-602
  • Historische Zeitschrift, 268/1999, S. 520-521
  • Junge Freiheit, 15.01.1999
  • The European Journal of the History of Economic Thought , 1999, S. 494-497
  • Weg in die Wirtschaft, 535-536/1999, S. 47
  • Zeitschrift für Klein- und Mittelunternehmen, 3/2001, S. 211-212
  • Revista International de Sociologia (RIS), 35/2003, S. 203-221
  • History of Economic Thought (Japan), Juli 2003, S. 138-140
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