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Natur als Vorbild – von der Idee zum Managementkonzept
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Natur als Vorbild – von der Idee zum Managementkonzept

31 Seiten · 5,37 EUR
(26. April 2013)

 
 
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Aus der Einleitung:

Die Sichtweise der Natur als Vorbild des Wirtschaftens mag für manche erstaunlich klingeln und Zweifel hervorrufen. Groh und Groh (1994, 19) gestehen: "Natur als solche, die als Maßstab dienen könnte, ist eine Kopfgeburt." Für andere hingegen scheint der mögliche Vorbildcharakter der Natur unmittelbar einleuchtend zu sein. So bekennt bspw. Seidel (1994, 136-137): "Soweit die Natur vom Menschen ungestört bleibt, praktiziert sie eine annähernd ideale Kreislaufwirtschaft, sie produziert und konsumiert weitgehend rückstandsfrei ... . Die Wirtschaftsweise der Natur ist auch im Vollsinne des Wortes 'nachhaltig'. ... Die Natur ist als Vorbild zu nehmen". Während die einen der Sichtweise der Natur als Vorbild des Wirtschaftens eher skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen, nehmen andere hierzu eine unvoreingenommen positive bis beschwörende Position ein. Bilden beide Positionen tatsächlich einen unüberbrückbaren Gegensatz? Kann nicht die vorbehaltliche Anerkennung der Natur als Vorbild eine tragfähige Synthese darstellen,um den Gegensatz zu überbrücken? Kann die Sichtweise der Natur als Vorbild das Spektrum der Naturverständnisse in den Wirtschaftswissenschaften sinnvoll ergänzen? Und: Ist die Rekonstruktion dieser Sichtweise überhaupt möglich, zumal die Behandlung der Natur nach Sieferle (1997, 23) auf einem "stark mit Vorurteilen verminten Gelände" angesiedelt ist?

Dass die Idee, die Natur als Vorbild des Wirtschaftens zu betrachten, durchaus möglich erscheint, selbst wenn diese Sichtweise den Denkgewohnheiten in den Wirtschaftswissenschaften widersprechen mag, das soll der vorliegende Beitrag verdeutlichen. Dazu sind fünf Schwerpunkte gesetzt: Eine historisch-systematische Betrachtung mit Bezug auf Arbeiten von Eberhard Seifert spannt den Bogen für das Nachdenken über Verständnis und Umgang der Natur in den Wirtschaftswissenschaften. Sodann wird die Idee erläutert, die Natur als Vorbild des Wirtschaftens zu betrachten. Es schließt sich eine Konkretisierung der Idee am Beispiel des Forschungs- und Handlungsfelds der Industrial Ecology an. Für sie ist das spezifische Naturverständnis als Vorbild des Wirtschaftens prägend. Die vorangegangenen konzeptionellen Überlegungen spiegeln sich in empirischen Befunden: Sie sollen deutlich machen, dass die Sichtweise praxisrelevant ist. Überlegungen zur Umsetzung in das Management von Unternehmen runden die Ausführungen ab. Sie liefern Anregungen, wie sich die Idee der Natur als Vorbild auf betrieblicher Ebene umsetzen lässt.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Wirtschaft – Gesellschaft – Natur
Djordje Pinter, Uwe Schubert (Hg.):
Wirtschaft – Gesellschaft – Natur
the author
Prof. Dr. pol. habil. Ralf Isenmann
Ralf Isenmann

Dr. Ralf Isenmann ist seit 2017 Professor für BWL im Innovations- und Technologiemanagement am Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen und Technologiemanagement (WITM) und dort am Fachbereich Prodekan. Zuvor war er u.a. Professor für Nachhaltiges Zukunftsmanagement an der Hochschule München und hatte an der Universität Kassel das Fachgebiet ABWL - Nachhaltige Unternehmensführung vertreten. Nachhaltigkeitsmanagement und -reporting, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Industrial Ecology, Innovationsmanagement und -kommunikation sowie Methoden der Zukunftsforschung gehören zu seinem breitgefächerten Fachgebiet.

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