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Naturfaserwirtschaft heute
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Naturfaserwirtschaft heute

60 Seiten · 7,91 EUR
(Januar 2008)

 
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Aus der Einleitung:

Die Potenziale zur Anwendung der Naturfasern Flachs, Öllein und Hanf, insbesondere in technischen Einsatzfeldern, sind hoch, aber erst in Ansätzen erschlossen. Die Chancen und Anwendungsbereiche nachwachsender Rohstoffe werden von uns am Beispiel der Faserpflanzen Flachs und Hanf aus ökonomisch-ökologischer Sicht überprüft. Eine regionale Analyse der Textilindustrie in Sachsen und ihrer Einbindung in die Wertschöpfungssysteme anderer Industriezweige zeigt, dass die ermittelten Potenziale der Faserpflanzen dort auf einen hoch spezialisierten Industriezweig treffen, in dem textiles Know-how, Fertigungstechnologien und ein bereits ausdifferenziertes Produktspektrum zusammentreffen. Die Untersuchungsregion verfügt über eine zwar unterschiedlich ausgeprägte, aber fortgeschrittene Anwendungsreife der einschlägigen Faserverarbeitungsstufen, aus denen sich im Prinzip auch Chancen für einen regionalen Faserpflanzenanbau ableiten. Ob die sächsische Textilregion und ihr benachbartes Umfeld in Tschechien damit auch dauerhafter Impulsgeber für eine standortgerechte und wirtschaftlich tragfähige Wiederbelebung des Faserpflanzenanbaus werden kann, muss zunächst offen bleiben: Das Flächenpotenzial beläuft sich zwar alleine für den Flachsanbau auf 15.000 bis 20.000 Hektar, für Öllein und Hanf ist es bedeutend höher. In sächsischen Modellversuchen des Faserpflanzenanbaus wurden zudem neue Anbauverfahren entwickelt und erprobt, die auch die Wirtschaftlichkeit verbessern. Auch die Voraussetzungen für den Aufbau entsprechender Wertschöpfungsketten in Sachsen sind sehr gut: die Naturfaser Verarbeitungskapazitäten der Unternehmen setzen auf ein funktionsfähiges textiles Industriecluster auf und sind in eine mehr als zweihundertjährige industrielle Tradition und in innovative Milieus eingebettet. Hierin liegen große Chancen zur Diversifizierung in die Naturfaserverarbeitung, die es zu stützen und auszubauen gilt. Die sächsischen Unternehmen, die heute in allen für eine Verarbeitung der heimischen Bastfasern Flachs, Öllein und Hanf relevanten Wertschöpfungsketten, und zwar sowohl in den textilen Kurzfaser- als auch den technischen Faseranwendungen tätig sind, haben in den letzten Jahren enorme Anstrengungen unternommen,regionale Wertschöpfungsketten aufzubauen. Dabei wurden beachtliche Teilerfolge erzielt, aber in diesem Prozess traten auch deutlich die noch bestehenden Hemmnisse zutage. Trotz temporär beachtlicher Leistungen ist es bis heute nicht gelungen, die Wertschöpfungskette vom Anbau und der Faseraufbereitung her für einen kontinuierlichen industriellen Weiterverarbeitungsprozess zufrieden stellend zu schließen. Die Ursachen sind allerdings weitaus weniger in den technischen Problemstellungen begründet als in ökonomischen Faktoren der Naturfaserwirtschaft. Insbesondere fehlen bislang die institutionellen Voraussetzungen zur Koordination der Wertschöpfungsketten. Im Folgenden werden zunächst die Potenziale der Naturfaserpflanzenverwendung aufgezeigt und ihr absehbarer Einsatz u.a. an dem Beispiel Automobilbau erörtert. Es wird die Faserverfügbarkeit für das handelbare Potenzial unter derzeitigen Bedingungen inländischer Fasernachfrage geprüft. Schließlich werden dann die gegenwärtigen Wirkungszusammenhänge der technischen Fasermärkte dargelegt.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Regionale Wertschöpfungssysteme von Flachs und Hanf
Hermann Biehler, Ulrich Hampicke, Ursula Richter und Peter Weise (Hg.):
Regionale Wertschöpfungssysteme von Flachs und Hanf
the author
Ursula Richter

IMU-Institut Berlin GmbH, Schlesische Straße 28/S, 10999 Berlin, ursula.richter@imu-berlin.de

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