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Sunday, September 15, 2019
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Personales Vertrauen als Restriktion
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Personales Vertrauen als Restriktion

Japan im internationalen Vergleich

25 Seiten · 4,19 EUR
(Juni 2006)

 
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Aus dem Fazit des Beitrags

Institutionen können eingelockt sein. Ein institutioneller Wandel stellt sich damit nicht in dem Maße ein, wie er gesellschaftlich wünschenswert wäre. Dieses Problem ist aufgrund der dadurch zu erwartenden Wohlfahrtsverluste von hoher politischer und ökonomischer Relevanz. Gerade deswegen aber müsste u.E. der Fokus stärker auf die Frage gelenkt werden, inwiefern Institutionen auch wieder ausgelockt und dadurch ungünstige Pfade wieder verlassen werden können. Der vorliegende Beitrag hat an dem relevanten Beispiel elektronischer Marktplätze in Japan gezeigt, wie und unter welchen Bedingungen dies geschehen kann.

Soweit die junge Geschichte elektronischen Handels eine Einschätzung zulässt, hat das Fehlen marktbegünstigender Normen in Japan ? das Fehlen generalisierten und die Dominanz personalen Vertrauens ? allenfalls in einer statischen Perspektive zu Wohlfahrtsverlusten geführt. In dynamischer Sicht sorgt unternehmerische Findigkeit dafür, dass durch die Neukombination bisher voneinander entfernt liegender Elemente bestehende Pfade erweitert und neu geschaffen werden können. Im japanischen B2C Handel können wir so die Innovation einer neuen Betriebsform beobachten, welche die Anonymität des Internets durch den Rekurs auf Agenten aufhebt, und so Konsumenten ermöglicht, auf vertraute Routinen und Verhaltensmuster zurückzugreifen. Damit wurde unter bestehenden Restriktionen ein neuer Pfad im Internethandel erschlos¬sen. Der neue Betriebstypus ist so innovativ, dass japanische Anbieter bereits in verschiedenen Großstädten Südostasiens entsprechende Niederlassungen gründeten bzw. bestehende Convenience Stores in solche ?Internetmalls? umwidmeten. Gleichzeitig ist diese Strategie kompatibel zu dem dominierenden personalen Vertrauen, und konnte genau dieses durch die inkrementelle Genese generalisierten Vertrauens verändern. Das veränderte und erfolgreiche Verhalten wurde von anderen Konsumenten nachgeahmt und konnte so ? in diesem speziellen Segment ? einen gesellschaftlichen Lernprozess initiieren. Die überdurchschnittlichen Wachstumsraten des mobile commerce, bei dem Zahlung und Abbuchung weitgehend ohne Einschaltung von Intermediären erfolgt, wurde als ein Indikator hierfür interpretiert.

Unternehmerische Findigkeit und die Lernfähigkeit in einer Gesellschaft werden damit zu einem entscheidenden Faktor für die Bewältigung von Pfaden. Ganz im Hayek?schen Sinne sollten wir uns der Tatsache nicht verschließen, dass ökonomische Entwicklungen offen sind.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Reputation und Vertrauen
Martin Held, Gisela Kubon-Gilke, Richard Sturn (Hg.):
Reputation und Vertrauen
the author
Prof. Dr. Cornelia Storz
Cornelia Storz

ist seit 2001 Professorin für Japanische Wirtschaft an der Philipps-Universität Marburg und Geschäftsführende Direktorin am Japan-Zentrum der Philipps-Universität Marburg.

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