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"Planung für den Markt" versus "Planung für die Freiheit"

Zu den stillschweigenden Voraussetzungen des Neoliberalismus

34 Seiten · 5,71 EUR
(17. März 2009)

 
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Aus der Einleitung der Herausgeber:

Der Beitrag von Claus Thomasberger geht von der Frage aus, wie es dazu kommt, dass der Neoliberalismus das Prinzip des Laisser-faire durch das (vordergründig paradox erscheinende) Motto "Planung für den Markt" substituiert. Wie vereinbart das neoliberale Denken die Planungsidee mit der Betonung der Überlegenheit der "spontanen Ordnung des Marktes? Und wie unterscheidet sich diese Auffassung von der des klassischen Liberalismus auf der einen wie der kapitalismuskritischen Ansätze auf der anderen Seite? Thomasberger macht deutlich, dass der Neoliberalismus trotz der Polemik gegen staatliche Institutionen auf einem im Kern autoritären, planwirtschaftlichen Denken beruht, das sich von der Idee der zentralwirtschaftlichen Lenkung nicht durch die Ablehnung der Planungsidee, sondern durch die Zielsetzung unterscheidet: "Planung für den Markt". Dadurch ist der Neoliberalismus gegenüber dem klassischen Wirtschaftsliberalismus wie auch dem Sozialismus unter den Bedingungen des 20. Jahrhunderts im Vorteil. Denn er reflektiert bewusst die Möglichkeit der Wahl zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Ordnungen bzw. Entwicklungswegen (eine Wahl, die spätestens seit der Oktoberrevolution nicht mehr geleugnet werden kann), ohne in historizistische Vorstellungen zu verfallen. Aber die neoliberale Antwort führt nach Thomasberger in eine Sackgasse. Sie spitzt die Möglichkeiten auf zwei extreme Alternativen zu und verschleiert so die wirklichen Wahlmöglichkeiten. Thomasberger plädiert dafür, die Planung für den Markt durch Karl Polanyis Motto "Planung für die Freiheit" zu ersetzen: nur so könnten die tatsächlichen Handlungsspielräume wie ihre gesellschaftlichen Grenzen erkannt und ausgelotet werden.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Der neoliberale Markt-Diskurs
Walter Otto Ötsch, Claus Thomasberger (Hg.):
Der neoliberale Markt-Diskurs
the author
Prof. i.R. Dr. Claus Thomasberger
Claus Thomasberger

geb. 1952, ist pensionierter Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin. Schwerpunkte: Geschichte des ökonomischen Denkens, Wirtschaftsgeschichte, ökologische Wirtschaftsforschung, politische Philosophie und europäische Integration.

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