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Soziale Marktwirtschaft und inklusiver Strukturwandel
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Soziale Marktwirtschaft und inklusiver Strukturwandel

14 Seiten · 3,69 EUR
(28. September 2020)

 
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Aus dem letzten Kapitel:

Bei der Bewältigung der Anpassungslasten aus dem Strukturwandel – insbesondere der Gefahr von verfestigter struktureller Arbeitslosigkeit – kommt es aber nicht vordringlich auf eine wie auch immer definierte Einkommensgerechtigkeit an. Strukturwandel kann vielmehr dann als inklusiv bewertet werden, wenn er direkt an den Einkommensentstehungschancen ansetzt. Diese Interpretation des Konzepts inklusiven Wachstums knüpft unmittelbar am Wachstumsprozess und der damit verbundenen Einkommensentstehung an. Damit sollen alle Bevölkerungsgruppen, vor allem die durch den Strukturwandel gefährdeten Gruppen, zum Wirtschaftsergebnis beitragen können.

Gemäß diesem Verständnis von inklusivem Strukturwandel ist das Schaffen von Möglichkeiten (opportunities) und der Zugang zu einer breiteren Partizipation im Wirtschaftsleben ausschlaggebend. Bei der Bewertung inklusiven Strukturwandels geht es auf der Stufe der Einkommensentstehung letztlich darum, die Offenheit der zentralen ökonomischen Märkte für die sozioökonomischen Bevölkerungsgruppen zu sichern. Wachstum und Strukturwandel können dann als inklusiv bewertet werden, wenn die Gesellschaft in ihrer vollen Breite an der Einkommensentstehung partizipieren kann. Dieser Ansatz ist mithin im Kontext der Chancengerechtigkeit und nicht vor dem Hintergrund einer Ergebnisgerechtigkeit zu verstehen. Diese Interpretation inklusiven Strukturwandels ist jedoch nicht dahingehend zu verstehen, dass Ergebnisgerechtigkeit keine Bedeutung hat. Dies gilt sehr wohl für eine umfassende Wohlstandsbewertung.

Vor dem Hintergrund der Ausführungen zum Strukturwandel und der Gefahr struktureller Arbeitslosigkeit kommt der Offenheit der Arbeitsmärkte und des Bildungssystems eine zentrale Rolle zu. Insbesondere Arbeitsmarktinstitutionen, die sich aus dem Konzept der Sozialen Marktwirtschaft ableiten, sind entscheidend dafür, ob Strukturwandel inklusiv wirkt oder nicht, da sie für die Offenheit der Märkte und die breite Partizipation der einzelnen Bevölkerungsgruppen an der wirtschaftlichen Einkommenserzielung verantwortlich sind. Inklusiv wirksame Institutionen sind damit langfristig auch zentral für die Akzeptanz einer Sozialen Marktwirtschaft.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Reflexionen zur Sozialen Marktwirtschaft
Michael Grömling, Markus Taube (Hg.):
Reflexionen zur Sozialen Marktwirtschaft
the author
Prof. Dr. Michael Grömling
Michael Grömling

ist Leiter der IW-Forschungsgruppe Gesamtwirtschaftliche Analysen und Konjunktur beim Institut der deutschen Wirtschaft in Köln und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Internationalen Hochschule in Bad Honnef – Bonn.

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