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Saturday, April 20, 2019
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Soziale Sicherungssysteme im Kontext Nachhaltiger Entwicklung
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Soziale Sicherungssysteme im Kontext Nachhaltiger Entwicklung

28 Seiten · 3,90 EUR
(Juli 2010)

 
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Aus der Einleitung:

Das Leitbild Nachhaltiger Entwicklung erfordert eine Neuorientierung in allen Politikbereichen, auch im Bereich der sozialen Sicherung. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass soziale Sicherungssysteme in ihrer bestehenden Form zunehmend kritisch hinterfragt werden. Einerseits verändern sich die Lebensverhältnisse der Bevölkerung durch Individualisierung und Pluralisierung der Lebensformen. Durch Globalisierung bzw. Internationalisierung kommt es zu einer zunehmenden räumlichen und sozialen Mobilität, die vordergründig die traditionellen Solidaritäts- bzw. Sicherungssysteme auflöst und so zu einer Entsolidarisierung und einer systematischen Interessenentflechtung innerhalb einer Gemeinschaft beiträgt. Andererseits führen strukturelle Beschäftigungskrisen zu einer fehlenden Finanzierungsgrundlage und zu vermehrten Ausgaben für soziale Sicherungssysteme. Steigende Arbeitslosigkeit ist nicht nur mit höheren Sozialbeiträgen auf Seiten der Beschäftigten verbunden, auch die Abgabenlast der Unternehmen erhöht sich. Das führt zu geringeren Beschäftigungschancen für Arbeitssuchende und zu einem Abdriften in die Schattenwirtschaft.

Weiterhin kann der demographische Wandel dazu führen, dass der wirtschaftlich aktive Bevölkerungsanteil, der bei einer Umlagefinanzierung der sozialen Sicherungssysteme den Grundbaustein für die Funktionsfähigkeit darstellt, seine Belastungsgrenzen erreicht. Ein wesentlicher Grund dafür liegt darin, dass besonders der Anteil der älteren Generation, der nicht mehr zur Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme beiträgt, wachsen wird. Der zunehmende Mittelbedarf, der für soziale Sicherungssysteme aufgebracht werden muss, und zunehmende Ungleichgewichte in der Abgabenlast der Bevölkerung beeinträchtigen einerseits das bestehende Gesellschaftssystem, andererseits funktioniert das Ineinandergreifen der verschiedenen Systeme sozialer Sicherung so nur begrenzt. Ein Umdenken bezüglich der Werte und Normen ist für die Stärkung von Solidargemeinschaften auf nationaler und internationaler Ebene erforderlich. Alternativen für soziale Sicherungssysteme, für deren Finanzierung und Funktionsfähigkeit müssen entwickelt werden.

Das Leitbild Nachhaltiger Entwicklung bietet sich für einen notwendigen Reformprozess in den sozialen Sicherungssystemen an. Mit Hilfe sozialer Sicherungssysteme kann eine nachhaltigere Entwicklung eingeleitet werden. Deshalb soll im Rahmen dieses Beitrags auf der einen Seite untersucht werden, welche Rolle das Leitbild nachhaltiger Entwicklung für soziale Sicherungssysteme spielt. Auf der anderen Seite soll auch analysiert werden, welchen Beitrag soziale Sicherungssysteme für eine nachhaltigere Entwicklung leisten können. Es ist daher zu fragen, warum der Auf-, Aus- oder Umbau sozialer Sicherungssysteme nach dem Leitbild Nachhaltiger Entwicklung notwendig ist, und wie mittels sozialer Innovationen die Systeme sozialer Sicherung zu einer nachhaltigerenEntwicklung beitragen können.

In dem folgenden Abschnitt werden die einzelnen Dimensionen Nachhaltiger Entwicklung kurz dargestellt. Dabei soll erklärt werden, wie soziale Sicherungssysteme in der jeweiligen Dimension begründet sind und wie durch Systeme sozialer Sicherung die Ziele der drei Dimensionen erreicht werden können. Anschließend werden mögliche Konflikte und Synergien zwischen den drei Dimensionen im Kontext sozialer Sicherungssysteme aufgezeigt. Im vierten Abschnitt werden unterschiedliche, bereits in der Literatur diskutierte soziale Innovationsmöglichkeiten für nachhaltigere soziale Sicherungssysteme dargestellt. Im letzten Abschnitt werden die Ergebnisse kurz zusammengefasst.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Nachhaltige Entwicklung – das neue Paradigma in der Ökonomie
Harald Hagemann, Michael von Hauff (Hg.):
Nachhaltige Entwicklung – das neue Paradigma in der Ökonomie
the authors
Elena Brosch-Pahlke
Elena Brosch-Pahlke

Technische Universität Kaiserslautern, FB Wirtschaftswissenschaften, Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftspolitik und internationale Wirtschaftsbeziehungen

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Nicola Seitz
Nicola Seitz

ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftspolitik und internationale Wirtschaftsbeziehungen, an der Technischen Universität Kaiserslautern.

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