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Monday, June 17, 2019
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Strukturierter Individualismus

Institutionen als ökonomische Theorie

"Institutionelle und Evolutorische Ökonomik"  · Band 27

312 Seiten ·  32,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-487-1 (Dezember 2004 )

 
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Die ökonomische Theorie versteht sich, seit Coase's und North's Interventionen, nicht mehr als reine Koordinationslandschaft, sondern als vorstrukturiert. Die Regeln, nach denen Märkte sich koordinieren, sind nicht nur rechtliche, sondern bilden ein breites Spektrum an formalen und informalen Strukturen, die die Ökonomie stärker formieren und binden, als Recht und Wirtschaftspolitik es vermögen. So wie wir uns von Laisser-Faire-Normen verabschieden, so auch von Regelungsphantasien; Institutionen regulieren das Verhalten ihrer Mitglieder, aber nicht direkt über Regime, sondern indirekt by governance.

Das hat Folgen für die ökonomische Theorie: Mit der modernen institutional economics nähert sich die Ökonomie nicht nur wieder soziologischen Fragestellungen, sondern ist in der Lage, komplexe Situationen zu analysieren, die durch eine Markt-/Allokation-/Effizienz-Betrachtung nicht hinreichend erfasst werden. Institutionelles Handeln ist keine arbiträre Hinzufügung, sondern der Kern ökonomischen Handelns - das beginnt sich innerhalb der Ökonomie zu klären. Welche Konsequenzen eine institutionenökonomische Ökonomie haben würde, erörtert Priddat an diversen Themen: Kultur, Regeln, Governance, Korporatismus, Systemtheorie, Politik. Der Autor spannt einen weiten Horizont auf, der erst ersichtlich macht, worauf sich die Ökonomie eingelassen hat. Das findet nicht überall in der Ökonomie Zustimmung. Aber die Extension der Ökonomie läuft: als Programm, das die institutional economics angestossen hat. Welche weitere Entwicklungen entstehen?

Einleitung: Einige allgemeine Gesichtspunkte

Ökonomie und Geschichte: Zur Theorie der Institutionen bei D.C. North

Die Zeit der Institutionen: Elemente einer Theorie der Institutionen in der Ökonomie

Kultur und Ökonomie: D.C. North über Kultur

Regeln, reinterpretiert. Eine Auseinandersetzung mit Brennan/Buchanans: "Die Begründung von Regeln"

Governance im globalen staatsfreien Raum: "Third party enforcement"

Der Stellenwert korporatistischer Wirtschaftspolitik vor geänderten Rahmenbedingungen

Politikinnovation: Institutionen und Semantik: Das Beispiel Sozialpolitik

(mit D. Klett) Institutionen und Regelbruch. Systemtheorie und Institutionenökonomie im Vergleich

Economic Governance: der Fall der politischen Governance.

Berliner Journal für Soziologie, Heft 1 2007, S. 126-127 ()

"Birger Priddat versucht in seinem Buch Strukturierter Individualismus insbesondere durch Auseinandersetzung mit Norths Institutionenökonomik eine ökonomische Theorie zu skizzieren, die Individuen als durch Institutionen vorstrukturiert ansieht, diesen innerhalb der Restriktionen aber große, wenn auch quantitativ nicht angebbare Freiheitsgrade zuschreibt. Methodologisch geht Priddat daher von einem, wie er ihn selbst bezeichnet, strukturierten Individualismus aus. In seinem Ansatz zielt er vor allem auf die handlungstheoretische Fundierung einer Erklärung des Zusammenhangs von Kultur, Institutionen und wirtschaftlichen Folgen, die zudem einen Beitrag zur Beantwortung aktueller Fragen wie der nach dem Aufbau von Vertrauen in der Zivilgesellschaft oder der Bedeutungswahrnehmung in Bezug auf politische Maßnahmen seitens der Bürgen leisten können soll. Doch orientiert sich Priddat insgesamt an der Vorgehensweise der kontinentaleuropäischen Wissenschaftstradition, die nicht zu früh auf einen praktischen Anwendungsbezug drängt und stattdessen auf systematsiche Theoriebildung setzt."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8.5.2006 ()

"... Die Pointe einer derart an die Kultur gekoppelten Ökonomie besteht für den Verfasser nun darin, daß die unterschiedlichen Interpretationen von Entscheidungssituationen durch die Einführung von Institutionen aufgehoben oder reduziert werden können. Das ist auch der Grund, weswegen die Institutionenökonomik zunehmend an Bedeutung gewinnt. Wenn Institutionen formale und informale Regeln darstellen, welche die Unsicherheit von Menschen über die Wahlhandlungen anderer Menschen reduzieren, indem sie eine stabile Struktur für die menschlichen Interaktionen einrichten, dann erzeugen Institutionen 'Shared mental models' im Northschen Sinne. ... Die Befolgung einer Regel durch mehrere Individuen führt also zu einer gleichen oder sich annährenden Weltsicht dieser Individuen. ... Eine gemeinsame Weltsicht bedeutet jedoch auch, dass man sich gemeinsam irren kann. Irrtümer im Rahmen des kulturellen Erbes sind dabei leichter zu korrigieren als Irrtümer, die das eigentliche kulturelle Erbe betreffen. ..."

Wirtschaft und Gesellschaft, 2/2005, S. 290-294 ()

"Der Autor präsentiert mit seinem Buch eine Sammlung von Aufsätzen zu theoretischen, aber auch anwendungsorientierten Aspekten der Institutionenökonomie. Am Anfang seiner Überlegungen steht der von North entwickelte Ansatz. Danach werden die sozialen Interaktionen, über das Verhalten im Markt hinaus, durch ein System gesellschaftlicher Regeln - den Institutionen - bestimmt. Prinzipiell sollte die Institutionenstruktur die wirtschaftlichen Abläufe begünstigen - die Transaktionskosten senken. Das ist aber deshalb nicht immer der Fall, weil die Interessen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen dem entgegenstehen. ...

Alles in allem ist dies ein hochinteressantes Buch, dessen ersten Teil man mit Gewinn und Zustimmung liest und dessen zweitem Teil man sich zur Diskussion stellen muss." ...




the author
Prof. Dr. Birger P. Priddat
Birger P. Priddat geb. 1950, Seniorprofessur für Wirtschaft und Philosophie, Wirtschaftsfakultät, Universität Witten/Herdecke; arbeitet an Themen zwischen Philosophie und Wirtschaft, vor allem auch an der Theoriegeschichte der Ökonomie. [weitere Titel]
dem Verlag bekannte Rezensionen
  • Berliner Journal für Soziologie, Heft 1 2007, S. 126-127 mehr...
  • "Die Pointe einer derart an die Kultur gekoppelten Ökonomie besteht für den Verfasser nun darin," ...
    Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8.5.2006 mehr...
  • Zeitschrift für Politikwissenschaft, ZPol-Bibliografie 3/2005, S. 1074
  • "Alles in allem ist dies ein hochinteressantes Buch, dessen ersten Teil man mit Gewinn und Zustimmung liest und dessen zweitem Teil man sich zur Diskussion stellen muss." ...
    Wirtschaft und Gesellschaft, 2/2005, S. 290-294 mehr...
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