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Monday, September 23, 2019
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Transaktionen anstelle von Tauschakten
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Transaktionen anstelle von Tauschakten

Einleitung in eine Revision ökonomischer Theorie

30 Seiten · 6,07 EUR
(März 2013)

 
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Aus der Einleitung:

Die moderne Ökonomik ist in ihrem Kern immer noch tauschtheoretisch begründet. Die Bemühungen der Neuen Institutionenökonomik für eine transaktionstheoretische Fundierung sind auf halbem Wege stehengeblieben (Fokussierung von Kosten bei gegebenen Nutzen; keine spezifisch transaktionsbasierte Markttheorie, nur eine theory of the firm und institutional change aus wirtschaftshistorischer Perspektive). Wir werden die Konzepte Tausch und Transaktion voneinander abgrenzen und daraufhin die ökonomischen Implikationen von Vertrag (inklusive Verhandlung), Geld, Institution, rational choice, Interaktion und Kommunikation neu bestimmen.

Das Forschungsprojekt wird den Ansatz einer neuen Theorie der Marktdynamik als Zusammenhang von Transaktionen, anderen Kommunikationsformen und strategischen Interaktionen entwickeln, die den Markt (anders als z.B. die evolutionary economics) als emergentes offenes System mit systematischem Innovationsmoment darlegen kann. Es geht um eine Theorie der offenen Transaktionsketten, in denen Geld die Funktion eines Optionators hat, der die Akteure stets new market opportunities antizipieren und erschließen lässt. Der Optionator tritt an die Stelle noch nicht gegebener Bedingungen. Folglich gibt es keine "Marktgesetzmäßigkeiten", die gegebene Ausgangsbedingungen in Gleichgewichte überführen könnten, sondern ein je zu erschließendes Möglichkeitsfeld, das zudem der Erschließungsprozess selbst stetig verändert.

In Anwendung des gewonnenen marktprozessualen Konzeptes werden wir Erkenntnisse der Wirtschaftsoziologie, insbesondere der Netzwerktheorie, nutzen, aber auch der behaviourial economics. Dynamische Marktprozesse sind nicht nur institutionell konfundiert, sondern auch netzwerklich eingebettet. Weil Geld nicht als Tauschäquivalent fungiert, sondern optional neue Bewertungen prozessuiert, sind die Märkte offen für Kommunikationen und Netzwerkbewertungen. Die Akteure operieren nicht ausschließlich als individuell unabhängige rational actors, sondern entscheiden und handeln auf Grundlage der semantic networks ihrer (Konsumenten- und Produzenten-)Netzwerke. Die Kommunikationen in Netzwerken klären und verändern die durch Geld (und Transaktionen) allein offen gelassenen Leistungsqualitäten. Geld geht also als Zeichen für reine Optionalität in Entscheidungs- und Kommunikationsprozesse ein. Das zu erfassen erfordert neue Rationalitätskonzepte.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Diversität, Steuerung, Netzwerke
Birger P. Priddat (Hg.):
Diversität, Steuerung, Netzwerke
the authors
Dr. Alihan Kabalak
Alihan Kabalak

geb. 1975, Post-Doc am Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften, Leipzig.

[weitere Titel]
Prof. Dr. Birger P. Priddat
Birger P. Priddat

geb. 1950, Seniorprofessur für Wirtschaft und Philosophie, Wirtschaftsfakultät, Universität Witten/Herdecke; arbeitet an Themen zwischen Philosophie und Wirtschaft, vor allem auch an der Theoriegeschichte der Ökonomie.

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