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Transformationsgesellschaften

Zum Wandel gesellschaftlicher Naturverhältnisse

"Jahrbuch Ökonomie und Gesellschaft"  · Band 30

230 Seiten ·  29,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-7316-1356-5 (Juli 2019 )

 
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Unstrittig ist, dass sich in den modernen Gegenwartsgesellschaften eine Transformation vollziehen wird. Es fragt sich allerdings, ob sie stärker von den Verhältnissen erzwungen wird oder im Rahmen gewisser zivilisatorischer Standards gestaltbar ist. Kurz, ob diese Transformation "by design or by disaster" erfolgt. Doch ist es möglich, moderne Gesellschaften gezielt zu transformieren? Fest steht: Ein solch umfassender Wandlungsprozess erfordert weit mehr als technologische Veränderungen. Auch ökonomisch, institutionell und kulturell müssen sich Gesellschaften wandeln. Allein: Es gibt für die Wege in eine zukunftsfähige, nachhaltige Gesellschaft keine Masterpläne. Wie Postwachstumsgesellschaften, etwa eine "reduktive Moderne", konkret und auf die unterschiedlichen Lebensbereiche bezogen aussehen könnten, ist ungewiss. Auch Überlegungen dazu, wie genau die Entwicklungen gestaltet werden müssen, die ein "gutes Leben" für alle Menschen in Freiheit und Sicherheit gewährleisten und gleichzeitig substantiell weniger Natur- und Umweltverbrauch zur Folge haben, sind noch vage. Der Sammelband "Transformationsgesellschaften" will genau dies diskutieren.


Herausgeber
Einführung: Vergangenheit - Transformation - Zukunft


Teil I: Der Blick zurück: Historische Rekonstruktionen

Franz Mauelshagen
Die Große Stoffwechselanomalie

Michaela Christ
Der Takt des Sozialen. Künstliche Helligkeit und gesellschaftliche Rhythmik im Wandel

Thomas Kopp, Jannis Eicker, Maximilian Becker, Severin Caspari, Katharina van Treeck, Anil Shah
Eine kurze Geschichte der imperialen Lebensweise: Vom Kolonialismus zur Digitalisierung

Georg Fischer
Externalisierung, Beschleunigung und regionale Transformation. Das Doce-Tal in Brasilien, 1880-2015

Matthias Schmelzer
Zur Genese des Wachstumsparadigmas


Teil II: Der Blick nach vorn: Soziale Zukünfte

Harald Welzer
Zukunftsbilder von gestern, heute und morgen

Barbara Muraca
Degrowth: Eine radikale Alternative zum Neoliberalismus

Dorothee Rodenhäuser
Arbeiten in einer Postwachstumsgesellschaft

Jana Gebauer
Postwachstum und Unternehmen

Joachim Krausse und Julia von Mende
Es geht! Auf Trampelpfaden in die Zukunft

PS, 18.10.2019, S. 18 ()

"Eine vielstimmige Ermutigung ist auch die dreissigste Ausgabe des Jahrbuchs Ökonomie und Gesellschaft, einer Reihe, die vorab Referate einschlägiger Tagungen dokumentiert. Hier ein interdisziplinäres Treffen, das sich im März 2017 an der Europa-Uni Flensburg mit dem «Wandel gesellschaftlicher Naturverhältnisse» befasste. Hinzu kamen Beiträge, die das Ganze aktualisieren und runden.

Transformation führt aus der Vergangenheit in die Zukunft. Harald Welzer steuert beim Übergang vom ersten zum zweiten Buchteil offene Gedanken über «Zukunftsbilder von gestern, heute und morgen» bei. Die «bis heute am eindrucksvollsten eingelöste Utopie» sei «zugleich die harmloseste» gewesen - nämlich die sozialdemokratische! «Auf das engste mit dem Aufstieg des Kapitalismus verschwistert» und «statt am Systemwechsel immer an der Verbesserung des Systems interessiert», geriet genau diese linke Parteiengruppe mit in die Krise. Sie bietet keine Alternativen. Überhaupt haben die «konsumistischen Real-Time-Zukunftsbilder» wenig Konkurrenz; die Nachhaltigkeitsbewegung biete «keine attraktiven Bilder von einer wünschenswerten Zukunft», nenne meist nur negative Gründe dafür, dass dieses und jenes zu tun sei. Sie müsste auf eine neue Vision setzen. Als «kürzeste und zugleich wirkmächtigste Geschichte der jüngeren Vergangenheit» wird King zitiert: «I have a dream» ...

Anschliessend wird von Barbara Muraca, einer italienischen Philosophin, die «radikale Alternative zum Neoliberalismus» präsentiert: Degrowth! Das ziele «auf den Kern» jener schleichenden Revolution, die seit den späten 1970er-Jahren weltweit Gesellschaften zerstört, «die kapitalistische Verwertung des Lebens in all seinen Formen» vorantreibt und zugunsten bereits Reicher weiter plündert. Dies obwohl, ja womöglich gerade weil zu gleicher Zeit die «Grenzen des Wachstums» sichtbar wurden. Aber auch «Degrowth» klingt alles andere als attraktiv. Am besten gelingt es vielleicht Dorothee Rodenhäuser, mit ihren Gedanken zum «Arbeiten in einer Postwachstumsgesellschaft» eine Ahnung von dem zu vermitteln, was bei einem Bruch mit dem herrschenden System möglich würde. Moderat feministisch plädiert sie für eine andere Ökonomie und für mehr Vielfalt in einer «kooperativen» Demokratie."




the editors
Dr. Bernd Sommer
Bernd Sommer seit 2012 Leiter des Bereichs „Klima, Kultur und Nachhaltigkeit“ am Norbert Elias Center for Transformation Design & Research (NEC) der Europa-Universität Flensburg. Zuvor war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) und Referent des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU). [weitere Titel]
Dr. Klara Helene Stumpf
Klara Helene Stumpf ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Norbert Elias Center for Transformation Design and Research (NEC) der Europa-Universität Flensburg. Zuvor war sie Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Nachhaltigkeitsökonomie, Institut für Nachhaltigkeitssteuerung der Leuphana Universität Lüneburg. [weitere Titel]
Dr. phil. Michaela Christ
Michaela Christ ist Leiterin des Bereichs Historische Transformationsforschung am Norbert Elias Center for Transformation Design and Research (NEC) der Europa-Universität Flensburg. [weitere Titel]
dem Verlag bekannte Rezensionen
  • "was bei einem Bruch mit dem herrschenden System möglich würde" ...
    PS, 18.10.2019, S. 18 mehr...
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