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UN Principles for Responsible Management Education
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UN Principles for Responsible Management Education

Potenziale, Herausforderungen und Perspektiven

26 Seiten · 3,96 EUR
(23. März 2013)

 
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Aus der Einleitung:

Massive institutionelle und organisationale Defizite prägen die derzeitigen Globalisierungsprozesse. Bis heute mangelt es an einem globalen Ordnungsrahmen mit weltweit akzeptierten, durchsetzbaren Normen und Regeln globalen wirtschaftlichen Handelns; letztere befinden sich, wenn überhaupt, so in einem sehr frühen Entwicklungsstadium. Die Defizite einer Regulierung der globalen Ökonomie durch Nationalstaaten sowie eine schwindende Wirkung interner Selbstbindung haben zur Diskussion über alternative politische Steuerungsregimes geführt. Deren Ziel ist es, politische und rechtliche Steuerungsdefizite der Globalisierung durch Einbindung und Verknüpfung privater und öffentlicher Akteure zu überwinden und dabei das operative wie auch das partizipative Dilemma nationalstaatlicher Koordination aufzulösen.

Grundsätzlich lässt sich eine funktionsfähige Global Governance mit sehr unterschiedlichen Governance-Regimes realisieren. Zu ihnen gehören individuelle Selbstbindungen, formale und informale Institutionen sowie Koordinations- und Kooperationsmechanismen einer Organisation. Josef Wieland hat unlängst hervorgehoben, hinsichtlich der Entscheidung zugunsten bestimmter Governance-Regimes handele es sich um ein Wahlproblem für eine gegebene Gruppe von Akteuren zu einem bestimmten Zeitpunkt – und nicht etwa um einen historischen Prozess von einem Regime zum nächsten. Innerhalb dieses Portfolios an denkbaren Governance-Regimes ermöglichen es formale Institutionen, die Erwartungssicherheit tugendethischer Selbstbindung mittels Kodifizierung und Erzwingung durch eine dritte Partei zu erhöhen.

Außerdem kann die Ergänzung von Selbstbindung durch Fremdbindung die Glaubwürdigkeit erhöhen. Nicht zuletzt tragen formale Institutionen zu einer erweiterten Rationalität bei, sofern es zu einer informierten, vergleichenden Erörterung von Governance-Regimes kommt.

Allerdings gibt es derzeit nur wenige weltweit etablierte Organisationen, die die Entwicklung formaler und informaler Rahmenbedingungen der heutigen Weltwirtschaft mittragen können. Der Global Compact bildet, so Josef Wieland, in dieser Hinsicht eine wertvolle Ausnahme, da er ein erstes Experimentierfeld darstelle, das die Entwicklung neuer moralsensitiver und effektiver Institutionen ermögliche. Mit der Gründung des Global Compact war die Hoffnung verbunden, durch Einbindung von Unternehmen globale Problemlagen gezielter bearbeiten zu können. Schließlich hat die Bedeutung global agierender Unternehmen in der Globalisierung zugenommen, auch weil deren Problemlösungskapazität nicht selten über die von staatlichen oder politischen Organisationen hinausgeht. Grundsätzlich stellt der Global Compact ein freiwilliges Instrument im Sinne einer "Lern-Plattform" dar, die kooperatives Lernen innerhalb der Privatwirtschaft und ihrer Stakeholder fördern soll. Jedoch gehören hinreichende Kenntnisse und Informiertheit, etwa von Unternehmensvertretern, zu den Grundvoraussetzungen erfolgreichen kooperativen Lernens, womit Herausforderungen verbunden sind, die wir als nächstes diskutieren.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Verantwortung in der globalen Ökonomie gestalten – Governanceethik und Wertemanagement
Stephan Grüninger, Michael Fürst, Sebastian Pforr, Maud Schmiedeknecht (Hg.):
Verantwortung in der globalen Ökonomie gestalten – Governanceethik und Wertemanagement
the authors
Kerstin Anstätt

Jahrgang 1975; Studium der technischen Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing an der Fachhochschule Offenburg; Aufbaustudium der Sozialökonomie an der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg. 2003 Geschäftsführerin der NABU Bezirksgeschäftsstelle Gäu-Nordschwarzwald. Von 2003 bis 2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz in Karlsruhe im Bereich der nachhaltigen Regionalentwicklung. Seit 2009 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Wirtschaft und Recht der Hochschule Pforzheim, verantwortlich für die Umsetzung der UN Principles for Responsible Management Education (UN PRME).

Prof. Dr. Jürgen Volkert
Jürgen Volkert

Jahrgang 1962, Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Berufsakademie Stuttgart. Anschließend studierte er Internationale Volkswirtschafslehre an der Universität Tübingen, Geschäftsführer des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung Tübingen (IAW), Wissenschaftlicher Beirat des IAW, Mitglied des wissenschaftlichen Beraterkreises der Bundesregierung zur Armuts- und Reichtumsberichterstattung. Seit 2000 Professor für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspolitik an der Hochschule Pforzheim; seit 2001 Ethikbeauftragter der Hochschule Pforzheim; als PRME-Director seit 2009 zuständig für die Umsetzung der UN Principles for Responsible Management Education an der Hochschule Pforzheim.