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Sunday, August 25, 2019
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Über die Erfindung der Universität als Universität
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Über die Erfindung der Universität als Universität

Ein Zukunftsprojekt

17 Seiten · 3,38 EUR
(Juni 2016)

 
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Aus der Einleitung:

In einer Wissensgesellschaft wird Wissen das neue knappe Gut. Universitäten, als Produzenten von Wissen und Qualifikateure für den Umgang mit Wissen, werden bedeutsame Unternehmen. Als Unternehmen sind sie Teile des Bildungsmarktes – eine Dimension, die in Deutschland fast noch gar nicht denkbar scheint. Die Hochschulreformdebatte, die in Deutschland seit Jahrzehnten geführt wird, hat mit dem Bildungsmarkt nichts zu tun; sie beschäftigt sich mit Reorganisationen eines Bildungsorganisationsmodells, das im Kern aus dem Mittelalter, in den Endungen aus den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts stammt. Hochschulreform ist eine Designidee unter Kostenreduktionsbedingungen, aber keine Marktanpassung. Es geht aber nicht mehr schlicht um Reorganisation, sondern um die Neufassung des Geschäftsmodells (mit daraus folgender Reorganisation).

Die «Ökonomisierung» der Universitäten ist eine Konzeption, die die Verwaltungen stärkt gegenüber dem akademischen personalen Inventar. Aus ihrer klassischen exekutiven Funktion wechselt sie über die «Ökonomisierung » in eine gleichsam legislative Deutungsmacht der Organisation. Da sie budgetär und rechtlich politisch gekoppelt bleibt, haben wir es mit einer Form der politischen Ökonomie zu tun, die die Studentenflutung regulieren will, ohne dass die – politisch zu definierenden – Budgets erhöht werden. Das sind keine rein ökonomischen Operationen, obwohl sie verwaltungstechnisch so gehandhabt werden, sondern Effekte der Staatsverschuldungen, die die öffentlichen Güter minimieren – klassische politische Entscheidungen. Wir haben es mit einer politisch gewollten Verknappung zu tun, die keinem Bildungseffizienzkriterium folgt, sondern einer Verdichtung der Raumkapazitäten bei fehlender Investitionswilligkeit des angemessenen Ausbaus (von Raum und Lehrkapazität). Diese Verwaltungspolitik wird als «Ökonomisierung» ausgegeben, um an Effizienznarrative anzuknüpfen, die faktisch nicht bedient werden – mit der Folge aber, den Professoren fundraising-Aktivitäten zu oktroyieren, indem sie ihre Forschungsgelder in einem intransparenten Wettbewerbsmarkt selber beschaffen müssen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Die Aufgabe der Bildung
Philip Kovce, Birger P. Priddat (Hg.):
Die Aufgabe der Bildung
the author
Prof. Dr. Birger P. Priddat
Birger P. Priddat

geb. 1950, Seniorprofessur für Wirtschaft und Philosophie, Wirtschaftsfakultät, Universität Witten/Herdecke; arbeitet an Themen zwischen Philosophie und Wirtschaft, vor allem auch an der Theoriegeschichte der Ökonomie.

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