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Wem gehört die Normung?
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Wem gehört die Normung?

Normung im Spannungsfeld von Industrie und Gesellschaft

16 Seiten · 3,14 EUR
(25. April 2013)

 
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Ausblick:

Der Beinahezusammenbruch des Finanzsystems hat das neoliberale Modell entzaubert. Es wird wohl noch einige Zeit überleben – schließlich sind die meisten Verantwortungsträger Verfechter dieser Ideologie. Aber immerhin ist Kritik am entfesselten Kapitalismus schon im Mainstream angekommen (freilich ohne wesentliche Konsequenzen). Der französische Präsident Sarkozy sprach in Davos gar von der „Entartung des Kapitalismus“, der durch zuviel Vertrauen in die freien Märkte entstanden sei und von einer dadurch ausgelösten Schwächung der Demokratie. Der Neoliberalismus ist – über kurz oder lang – ein auslaufendes Modell.

Vielleicht bedarf es dazu weiterer Krisen, vielleicht eines radikalen politischen Kurswechsels. Niemand kann sagen, wie die neue Weltordnung jenseits von Turbokapitalismus und Realsozialismus aussehen wird. Dass aber dem Neoliberalismus die Stunde schlägt, ist sehr wahrscheinlich. Alle Institutionen werden sich daher sinnvoller Weise auf die Zeit danach einstellen müssen. Das gilt auch für die Normenwelt, die doch so eng mit der Wirtschaft verflochten ist. Was heute opportun erscheint, wird vielleicht morgen nicht mehr gefragt sein. Wie sagte Gorbatschow so schön: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben".

Die Verfechter der (im heutigen Sinne) neoliberalen Konzepte waren in dieser Zeit zunächst eine kleine Minderheit, die in akademischen Zirkeln – gegen den marktkritischen Zeitgeist – ihre Theoriegebäude schufen ("Österreichische Schule", "Chicago School", etc.). Ihre Stunde schlug mit dem Militärputsch in Chile, wo das Land – unter der Anleitung der sogenannten "Chicago Boys" (Wirtschaftswissenschaftler, die u.a. bei Milton Friedman in die Lehre gingen) – zum Experimentierfeld neoliberaler Politik gemacht wurde: Deregulierung, Privatisierung, Bekämpfung der Gewerkschaften, Steuersenkungen (besonders für Reiche), Monetarismus und Sozialabbau waren Eckpfeiler dieser Politik. Mit den Wahlsiegen der britischen "eisernen Lady" Margaret Thatcher (1979) und von Ronald Reagan (1980) gelangte sie zur breiten Anwendung. Ein zentrales Dogma neoliberaler Theorie war die Reduktion staatlicher Eingriffe in die Wirtschaft auf ein Minimum. Er sollte nur den notwendigen Rahmen für die Ökonomie bereitstellen (z.B. militärische, polizeiliche und rechtliche Strukturen) und das Funktionieren der Märkte sichern, und sei es mit Gewalt.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Wirtschaft – Gesellschaft – Natur
Djordje Pinter, Uwe Schubert (Hg.):
Wirtschaft – Gesellschaft – Natur
the author
DI Dr. Franz Fiala
Franz Fiala

Leiter der Abteilung Verbraucherrat – Consumer Council,Austrian Standards Institute; Vizepräsident der ANEC (europäische Verbrauchervertretung in der Normung). Studium: Technische Chemie (TU-Wien), Doktoratsstudium – Beiträge zur Pestizid-Rückstandsanalytik in Drogen und Gewürzen (TUWien). Postgraduelle Ausbildung Toxikologie (Universität Wien). Tätigkeiten im Bereich Umweltanalytik (Emissionen von Verbrennungsanlagen, organische Spurenanalyse).