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Thursday, September 19, 2019
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Wirtschaftskulturforschung: Ein sozialökonomisches Forschungsprogramm
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Wirtschaftskulturforschung: Ein sozialökonomisches Forschungsprogramm

25 Seiten · 4,67 EUR
(März 2009)

 
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Aus der Einleitung:

Die vergleichende Analyse von Wirtschaftskulturen gehört zu den zentralen Gegenstandsbereichen institutionalistischer Ansätze in den Sozialwissenschaften. Ob Institutionenökonomie, Wirtschaftssoziologie oder Politische Ökonomie – sie sind derzeit allesamt von einem anhaltenden Interesse an den kulturellen Bedingungen wirtschaftlichen Handelns geprägt. Die Mikro-Ebene der Individuen und Organisationen ist hierbei ebenso relevant, wie die Makro-Ebene von Regionen, Nationen – und ganzen Zivilisationen. Als Motiv dieses Interesses gilt die Einsicht, dass die ökonomische Globalisierung keinesfalls zu einer Konvergenz der kulturell bestimmten institutionellen Muster wirtschaftlicher Aktivitäten auf regionaler oder nationaler Ebene führt. Vielmehr ist davon auszugehen, dass institutionelle Vielfalt weiterhin zur Dynamisierung ökonomischer Prozesse beitragen wird – und damit zu den wirksamen Grundbedingungen der Globalisierung gehört. Zugleich sind diese kulturellen Ausgangsbedingungen selbst Gegenstand des Wandels: Kultur ist ein historischer Faktor, aber keine Bestandsgröße. Dieses Spannungsverhältnis zwischen Kontinuität und Wandel macht die Wirtschaftskulturforschung zu einem interdisziplinär angelegten Forschungsgebiet, das sich auf unterschiedliche methodologische Traditionen berufen muss. Insbesondere in der Volkswirtschaftslehre gilt es, solche Positionen freizulegen, die jenseits der Statik des ordnungstheoretischen Systemvergleichs ein Verständnis ökonomischer Phänomene als Kulturerscheinungen erlauben. Die Historische Schule und ihre Ausläufer bietet hierfür ein passendes Terrain. Max Webers Verständnis der Sozialökonomik ist für diese Sichtweise auf die kulturelle Kontextbedingtheit wirtschaftlichen Handelns von besonderer Bedeutung. Sie bedeutet die Betrachtung eines empirisch vorfindlichen ökonomischen Verhaltens in seinem konkreten historisch-kulturellen Kontext. Auf diese Weise soll ein Verstehen der subjektiven Sinnhaftigkeit von Handlungsmustern möglich werden. Vor diesem Hintergrund ist im Zuge der folgenden Darstellung zu zeigen, dass die Wirtschaftskulturforschung ein sozialökonomisches Forschungsprogramm darstellt, das auf die soziologischen und ökonomischen Ausläufer der Historischen Schule zurückgeführt werden kann. Damit werden auch die umfassenden analytischen Potentiale der Wirtschaftskulturforschung im Rahmen des neuen Institutionalismus in den Sozialwissenschaften deutlich. So gilt es, die Vorgaben des “verstehenden“ Ansatzes der Sozialökonomie zu rekonstruieren, der die deutschsprachige Diskussion für lange Zeit maßgeblich geprägt hat. Zuerst wird Max Webers Position zur Programmatik der verstehenden Soziologie diskutiert. Darauf aufbauend werden Werner Sombarts eigenständige Standpunkte zur Konzeption einer verstehenden Nationalökonomie diskutiert. Anschließend werden Arthur Spiethoffs und Edgar Salins Ansätze zur geschichtlich-anschaulichen Theoriebildung vorgestellt, die darauf abzielen, über das Konzept der Wirtschaftsstile eine umfassende Kulturerkenntnis zu leisten. Es folgt eine Darlegung der ordnungstheoretischen Kritik dieser Ansätze bei Walter Eucken, begleitet von Alfred Müller-Armacks Versuch, das Wirtschaftsstilkonzept zu einer Analyse von Kulturstilen auszuweiten. Abschließend wird die fortgesetzte Bedeutung der sozialökonomischen Forschungstradition für die moderne Wirtschaftskulturforschung betrachtet.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
the author
Prof. Dr. Alexander Ebner
Alexander Ebner

Professor of Political Economy Jacobs University Bremen

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