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Thursday, September 19, 2019
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Zur Zukunft der Invisible Hand
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Zur Zukunft der Invisible Hand

11 Seiten · 3,28 EUR
(April 2013)

 
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Aus der Einleitung:

Die Frage, ob der berühmte Vers aus Goethes Faust, in dem Mephisto auf die Frage, wer er sei, antwortet: "Ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft" auf eine Beschäftigung Goethes mit den Ideen von Adam Smith zurückzuführen ist, bleibt ungeklärt. Die negative Etikettierung der Wahrnehmung von Eigeninteressen als egoistisch und die entsprechende Einschätzung der Smithschen Ideen im Rahmen der Sonderentwicklung des ökonomischen Denkens im deutschen Sprachraum sind wohl dem Einfluss des deutschen Idealismus geschuldet. Die Begriffe Egoismus und Selbstsucht in den Registern kennzeichnen diese Einschätzung und der Ausdruck Egoismus ist wertend festgelegt, wie es auch im Faust mit den Worten "der Teufel ist ein Egoist und tut nicht leicht um Gottes willen" angesprochen wird.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Beschäftigung der Älteren Historischen Schule mit dem sogenannten "Adam-Smith-Problem" zu sehen. Diese Thematik entstand aus der Ansicht, dass den beiden Hauptwerken von Adam Smith unterschiedliche, ja gegensätzliche Menschenbilder zugrunde liegen. Während die Sympathie das moralische Urteil begründet, aus welchem in der Theorie der ethischen Gefühle Handlungen erklärt werden, erfolge im Wohlstand der Nationen dagegen, wie Hildebrand betont, die "Erhebung des individuellen Vortheils zum obersten Prinzip der ökonomischen Wissenschaft". Knies führte diesen vermeintlichen Widerspruch darauf zurück, dass Smith nach der ersten Veröffentlichung der Theorie der ethischen Gefühle eine Frankreichreise unternommen und Kontakte mit den Physiokraten gehabt hatte. Diese hielten ebenfalls menschlichen Eigennutz für gerechtfertigt, weil er für die Gesamtheit Positives bewirkt "und dem 'Prinzip der sozialen Nützlichkeit' gehorcht". Von der Freiheit, begründet als Menschenrecht, ist aber nicht die Rede. Man kann daher die Physiokraten nicht als im strengen Sinne Liberale oder als Vertreter einer individualistischen Position in der strengen Version bezeichnen. Durch Begegnung mit Quesnay und seinen Ideen sei Smith – so glaubte Knies – zu einer anderen Einstellung bezüglich der Antriebe menschlichen Handelns im Wealth gekommen."


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Zur Zukunft des Wettbewerbs
Harald Enke, Adolf Wagner (Hg.):
Zur Zukunft des Wettbewerbs
the author
Prof. Dr. Gerold Blümle
Gerold Blümle

seit 1972 Professor für mathematische Ökonomie an der Universität Freiburg i.Br.

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